Gold und Schatten bei der Leichtathletik-WM

Gold und Schatten bei der Leichtathletik-WM

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Vor allem die Läufer und Läuferinnen aus Ostafrika sammeln eifrig Medaillen. Kenia führt gegenwärtig den Medaillenspiegel an. Doch gibt es die ersten beiden positiven Dopingbefunde kenianischer Läuferinnen.

Auf der Laufstrecke herrscht das gewohnte Bild: Äthiopische und vor allem kenianische Läufer_innen gewinnen Edelmetall um Edelmetall. Am Montag gewannen die Kenianerin Vivian Jepkemoi Cheruiyot Gold und die Äthiopierin Gelete Burka Silber über die 10.000 Meter. Beim 3.000 Meter Hindernislauf der Männer landeten die kenianischen Läufer einen Vierfach-Erfolg: Gold schnappte sich Ezekiel Kemboi, Silber ging an Consesu Kipruto, die Bronze-Medaille wurde an Brimin Kiprop Kipruto verliehen und auf dem undankbaren vierten Platz reihte sich Jairus Kipchoge Birech ein.
Am Dienstag siegte Nicholas Kiptanui Bett etwas überraschend in Weltjahresbestleistung über die 400 Meter Hürden. Bei den 1.500 Meter der Damen setzte sich dagegen die Favoritin und Weltrekordlerin aus Äthiopien, Genzebe Dibaba, vor der Kenianerin Faith Chepngetich Kipyegon durch. Anschließend konnte der lang-verletzte kenianische Sieger der Olympischen Spiele aus London, David Lekuta Rudisha, über die 800 Meter seinen zweiten Weltmeistertitel nach 2011 erlaufen.

Am Mittwoch schrieb ein weiterer kenianischer Athlet Sportgeschichte – im Speerwerfen der Männer. Bislang wurde diese Disziplin vor allem durch die Europäer dominiert. Nun aber gewann Julius Yego mit der Glanzweite von 92,72 Metern Gold und somit die erste kenianische Medaille in einer Wurfdisziplin überhaupt. Seine Weite ist nicht nur die neue Weltjahresbestleistung, es gibt überhaupt nur zwei Werfer in der Geschichte des Speerwurfs, die größere Weiten erzielten. Silber ging mit deutlichem Rückstand an den Ägypter Ihab Abdelraham El Sajed, der seinen Speer auf 88,99 Meter schleuderte. Über die 3.000 Meter Hindernis der Frauen setzte sich die Kenianerin Hyvin Kiyeng Jepkemoi knapp vor der Tunesierin Habiba Ghribi und der Deutschen Gesa Felicitas Krause durch. Der Abstand zwischen den drei Läuferinnen betrug nur 14 Hundertstelsekunden. Zum Abschluss des Tages sicherte sich der Südafrikaner Wayde van Niekerk in Weltjahresbestleistung Gold über die 400 Meter. Im Medaillenspiegel führt Kenia deutlich mit sechs Goldmedaillen und drei Silbermedaillen. Äthiopien ist Sechster mit einer Gold- und zwei Silbermedaillen.

Vor allem über die Leistungen der Kenianer liegt seit Mittwoch ein Schatten. Bereits im Vorfeld der Weltmeisterschaft geriet der kenianische Leichtathlethik-Verband durch eine ARD-Dokumentation zum Thema Doping unter Druck. Nun wurden zwei Athletinnen während der WM positiv getestet. Betroffen sind die kenianische Rekordhalterin über 400 Meter, Joyce Zakary, und die 400 Meter Hürdenläuferin, Koko Manunga. Zakary war am Dienstag aus unbekannten Gründen nicht zu ihrem Halbfinallauf angetreten, Manunga schied bereits in ihrem Vorlauf aus. Wie der Weltleichtathletikverband bestätigte, wurden beide Athletinnen positiv auf eine verbotene Substanz getestet und vorläufig suspendiert. Laut dem kenianischen Nachrichtenportal sportnewsarena soll bei beiden Läuferinnen das Mittel Nandrolon festgestellt worden sein, das Doping verschleiern kann. Der kenianische Verband äußerte sich bislang nicht zu diesem Thema.

 

Foto: podest von michaljamro, pixabay, CCO Public Domain

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