Kagame mit Aussöhungsbesuch in Frankreich

Kagame mit Aussöhungsbesuch in Frankreich

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Die diplomatischen Beziehungen beider Länder brachen Ende 2006 gänzlich ab, nachdem Kagames Regierung das französische Militär beschuldigte den Genozid zwischen Hutu und Tutsi unterstützt zu haben. Bei dem Massaker kamen rund 800.000 Menschen um Leben, ein Großteil der Opfer von der Ethnie Tutsi. Ein französischer Richter bestritt das militärische Einschreiten Frankreichs und beschuldigte Kagame und führende Tutsi-Rebellen den Genozid entfacht zu haben. Beide Seiten wiesen die Anschuldigungen von sich.

Mit dem Besuch des ruandischen Präsidenten bei Nicola Sarkozy will man die diplomatischen Beziehungen verbessern. Eine erste Annäherung gab es bereits durch eine Ruanda-Reise Sarkozys im letzten Jahr. Während dieses Besuchs räumte Frankreichs Präsident Fehler im Umgang mit dem Genozid ein. Auch Kagame sagte, dass „eine Art Blindheit“ Frankreich davor bewahrte, die „genozidrelevanten Aspekte der ehemaligen [Hutu]-Regierung“ anzuerkennen.

Dass es für beide Staaten sinnvoll ist, die diplomatischen Beziehungen erneut aufzunehmen, steht außer Frage. Frankreich kämpft mit einer abnehmenden Einflussnahme in der Region der Großen Seen und Ruanda, allen voran Präsident Kagame, sieht sich aufgrund der Missachtung von Menschenrechten einem erhöhten internationalen Druck ausgesetzt. Somit verfolgen beide Länder neben der Aufarbeitung des ruandischen Genozids auch andere Interessen.

Am heutigen Montag, den 12. September, treffen sich die beiden Präsidenten zu einem Mittagessen im Elysee-Palast, um „die Partnerschaft zwischen beiden Staaten zu vertiefen“, ließ ein Sprecher Sarkozys im Vorfeld verlauten. Neben dem offiziellen Besuch der beiden Staatsmänner, wohnte Kagame außerdem einem Treffen der ruandischen Diaspora in Paris bei.

 

G.S. 12.09.11

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