Künstlerparadies auf dem Viktoriasee

Künstlerparadies auf dem Viktoriasee

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Auf der Suche nach einem kreativen Ort ließen sich Musiker, Maler und Schriftsteller auf einer Insel im Viktoriasee nieder. Die circa acht Hektar große Insel war vor einigen Monaten von der Küste abgebrochen und bewegt sich seitdem langsam über den Viktoriasee. Inzwischen wohnen dort zehn Künstler. Dort wollen sie, abseits des Trubels der Großstädte, wie der ugandischen Hauptstadt Kampala, das einfache Leben genießen, erklärte einer der Inselbwohner in einem Interview mit der BBC. Der Rückzugsort der Künstler wird „Jaja Mirembe“ genannt, das bedeutet Frieden in der Sprache Luganda.

Manche der Männer kommen täglich mit Booten auf die Insel. Andere haben sich bereits einfache Hütten gebaut und bauen Nahrungsmittel an. Doch der Anbau von Mais, Cassava, Bohnen und Bananen bedroht die Stabilität der fragilen Insel. „Jaja Mirembe“ könne jederzeit auseinanderbrechen, warnen lokale Umweltbehörden. Der Anbau erhöhe dieses Risiko noch.

Trotz der Warnungen ist die Insel inzwischen eine kleine lokale Attraktion geworden. Anwohner_innen bieten inzwischen Überfahrten zur Insel für Besucher_innen an. Eine Überfahrt kostet umgerechnet weniger als einen Euro. Die ugandische Tageszeitung „Daily Monitor“ spekuliert, ob die Insel langfristig Tourist_innen anziehen kann. Zumindest verwies der bekannte Reiseführer Lonely Planet auf seiner Webseite bereits auf das Künstlerparadies.

Doch während die Insel für die einen ein Paradies ist, würden andere sie am liebsten wieder loswerden. Die Insel beeinträchtigt den wichtigen Schiffsverkehr auf dem Viktoriasee erheblich. Über den See werden Handelsgüter zwischen Uganda, Tansania und Kenia transportiert. Die Insel bewegt sich unvorhersehbar, je nach Windrichtung. Sah man sie gestern noch an einer Stelle, kann sich ihr Ort über Nacht geändert haben. Teilweise blockierte die Insel eine Hafeneinfahrt. Schiffe konnten nicht ablegen oder mussten große Umwege in Kauf nehmen. Eine Entfernung der Insel um weitere Blockaden zu verhindern, würde etwa eine halbe Million Euro kosten, schätzen die ugandischen Experten.

Auch in der Vergangenheit sind öfter kleine Landmassen von der Küste abgebrochen. Experten fordern daher, die Bebauung und landwirtschaftliche Nutzung der ufernahen Gebiete einzuschränken. Dies diene nicht nur dem Umweltschutz, sondern auch der Sicherheit der Bevölkerung.

F.B.