Landesweiter Protest nach Strompreiserhöhung

Landesweiter Protest nach Strompreiserhöhung

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Nachdem die Strompreise zum 1. Februar 2016 um 45 Prozent angehoben wurden, kam es am Montag landesweit zu Protesten gegen den Stromanbieter Enugu Electricity Distrubution Company. Unter anderem blockierten die Demonstrant_innen die Tore des Firmengeländes.

Wie die News Agency of Nigeria berichtete, kam es an diesem Montag landesweit zu Protesten gegen die aktuellen Strompreiserhöhungen. Angeführt wurden die Proteste von den Dachorganisationen der Gewerkschaften Nigeria Labour Congress (NLC) und Trade Union Congress sowie verschiedenen zivilgesellschaftlichen Gruppen.

Bereits um sechs Uhr morgens trafen sich die ersten friedlichen Demonstranten vor dem Hauptbüro der Enugu Electricity Distribution Company in der Stadt Imo und in weiteren Städten des Landes. Einige Protestler versperrten die Tore des Energieunternehmens und verhinderten dadurch den alltäglichen Betrieb.

Man wolle den Unmut über die kürzlich erhöhten Strompreise zum Ausdruck bringen, rechtfertigte
Austin Chilakpu, der Vorsitzende der NLC den Protest. Weiter bemängelte er, man habe versichert, die Strompreise würde nicht sofort steigen, wenn der Energiesektor privatisiert würde und auch erst dann, wenn jedem Kunden ein Messgerät zur Verfügung stünde.

Die Zeitung The Guardian berichtete, viele Verbraucher ohne Messgerät zahlen aktuell nicht ihren tatsächlich verbrauchten Strom, sondern bekämen Rechnungen mit geschätzten Werten. Des Weiteren hätten viele Nigerianer_innen hohe Summen in Prepaid-Stromzähler investiert, die sie aber noch nicht erhalten hätten.

Babatunde Fashola, der Minister für Energie, Arbeit und Wohnen, verurteilte die Proteste. Im Moment benötige man Produktivität und keinen Protest. Der neue Tarif sei nötig, um die Stromversorgung im Land zu verbessern. Fashola schlägt sich damit auf die Seite der Energievertreiber.

Für den NLC allerdings soll es nicht allein bei Protesten bleiben, teilte der Generalsekretär des NLC, Dr. Peter Ozo-Eson mit. Der NCL und seine Partner gründeten ein Komitee, welches das langfristige Ziel verfolge, die Strompreise wieder zu senken.

Carolin Schwegmann