Mali: Kopf-an-Kopf-Rennen

Mali: Kopf-an-Kopf-Rennen

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Keine eindeutige Mehrheit für einen Kandidaten nach den Präsidentschaftswahlen. Nun kommt es zur Stichwahl.

Am 29.Juli 2018 fand in Mali die Präsidentschaftswahl statt. Zur Auswahl standen der aktuelle Amtsinhaber Ibrahim Boubacar Keita, Oppositionschef Soumaila Cissé, 23 weitere Kandidaten und eine Kandidatin.

Ibrahim Boubacar Keita von der Partei „Rassemblement pour le Mali“, der sich um die zweite Amtszeit bewirbt, erhielt 41,4 Prozent der Stimmen und lag mit diesem Ergebnis zwar klar vorne, erreichte jedoch nicht die absolute Mehrheit. Für einen eindeutigen Wahlsieg hätte es mehr als 50 Prozent der abgegebenen Stimmen benötigt. Die Oppositionspartei „Union pour la République et la Démocratie“ unter Soulmaila Cissé erhielt 17,8 Prozent. Deswegen gehen die Konkurrenten am 12. August 2018 in die Stichwahl. Wer dann die Mehrheit der Stimmen erhält, stellt den Präsidenten des Landes.

Cissé und seine Oppositionspartei wehrten sich zunächst gegen das Wahlergebnis. Wahlbeoachter_innen beanstandeten zwar einige Organisationsabläufe, insgesamt bewerteten sie den Wahltag aber positiv. Cissés Partei reichte 20 Beschwerden beim Verfassungsgericht ein. Die Opposition beschuldigt die Regierung Wahlurnen manipuliert und Wählerkarten falsch verteilt zu haben sowie außerdem fehlerhafte Wählerlisten.

Egal, ob Keita oder Cissé, beide müssen viel zur Stabilisierung der aktuellen Lage in Mali beitragen können. Trotz der aktuellen internationalen Friedensmission sind im Norden des Landes immer noch zahlreiche Mitglieder islamistischer Terrororganisationen und Turegrebellen präsent.

Julia Hochrainer

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