Mandela, ein Vorbild

Mandela, ein Vorbild

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Am 18. Juli 2018 wäre Nelson Rohlihlahla Mandela 100 Jahre alt geworden. Dr. Pierrette Herzberger-Fofana erinnert an den Freiheitskämpfer und Friedensnobelpreisträger.

„Niemand wird geboren, um einen anderen Menschen zu hassen. Menschen müssen zu hassen lernen und wenn sie zu hassen lernen können, dann können sie auch gelehrt werden zu lieben, denn Liebe empfindet das menschliche Herz viel natürlicher als ihr Gegenteil.“ – Nelson Mandela

Nelson Mandela wurde am 18. Juli 1918 in Mvezo, Transkei, in Südafrika geboren. Er wird respektvoll mit seinem traditionellen Namen „Madiba“ bezeichnet und war von 1994 bis 1999 der erste afrikanische Präsident seines Landes. Schon als junger Mann engagierte er sich gegen die offizielle Politik des Rassismus – die Apartheid, die den Weißen alle Macht gab. 1944 trat er als Jurastudent der Schwarzen Widerstandsbewegung, dem African National Congress (ANC) bei, der gleiche Rechte für alle Südafrikaner und Südafrikanerinnen forderte. Ab 1961 entwickelte er sich zu einer Führungsfigur des bewaffneten Arms des ANC, dem „Umkhonto we Sizwe“ (Speer der Nation). Ab dem 7. Oktober 1963 stand er deswegen in Pretoria im Rivonia-Prozess mit zehn Mitangeklagten vor Gericht. Am 12. Juni 1964 werden er und sieben weitere seiner Mitstreiter aufgrund ihrer politischen Aktivitäten gegen die diskriminierende Apartheidspolitik zu lebenslanger Haft verurteilt. Ihm werden Sabotage, ein Umsturzversuch und die Planung von bewaffneten Kämpfen zur Last gelegt.

Nach 27 Jahren im Gefängnis, die er überwiegend auf der Gefängnisinsel Robben Island vor Kapstadt verbrachte, entließ man ihn nach weltweiten Protestes am 11. Februar 1990 aus der Haft. Schon im Juli 1991 wählte der ANC Mandela einstimmig zum Präsidenten der Partei. Als Parteivorsitzender leitete er mit Erfolg die Verhandlungen mit der Weißen Minderheitsregierung zur Beseitigung des Apartheidsystems und den Verzicht auf Gewalt. Es wurde eine Vereinbarung über freie Wahlen und eine Übergangsregierung der nationalen Einheit erzielt.

Dafür erhielt Mandela im Jahre 1993 den Friedensnobelpreis.

Am 27. April 1994 wählten die Südafrikaner*innen Nelson Mandela zum Staatspräsidenten von Südafrika. Bis zu diesem Datum war es der Schwarzen Bevölkerung des Landes nicht erlaubt an Wahlen teilzunehmen. Seither gilt Mandela als „Vater der Regenbogen-Nation“ Südafrika.

Der einstige Befreiungsheld des Kampfes gegen das rassistische Apartheidregime, der weltweit von vielen verehrt wurde, starb am 5. Dezember 2013 in Johannesburg nach langer Krankheit. Die ganze Welt trauerte um die Ikone der Versöhnung, die für Freiheit und Gerechtigkeit für Weiße und Schwarze gleichermaßen gekämpft hatte.

Er sagte einmal: „Ich habe mein Leben dem Kampf der Afrikaner gewidmet. Ich habe gegen die Vorherrschaft der Weißen gekämpft, und ich habe gegen die Vorherrschaft der Schwarzen gekämpft. Eine demokratische und freie Gesellschaft, in der alle in Harmonie mit gleichen Chancen leben können, hat mir immer als Ideal vorgeschwebt. Es ist ein Ideal, für das ich leben möchte, aber wenn es sein muss, bin ich auch bereit, für dieses Ideal zu sterben“

Dr. Pierette Herzberger-Fofana

UN Dekade

Anerkennung. Gerechtigkeit und Entwicklung. UN-Dekade für die Menschen afrikanischer Herkunft. Millionen von Menschen sind immer noch Opfer von Rassismus und Rassendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und zusammenhängender Intoleranz in der Welt.

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