Mugabes Geburtstagswunsch: Bedrohte Elefanten als Schlemmer-Spektakel

Mugabes Geburtstagswunsch: Bedrohte Elefanten als Schlemmer-Spektakel

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Anlässlich des 91. Geburtstags des simbabwischen Staatsoberhaupts Mugabe laufen die Vorbereitungen für die große Party kommenden Samstag auf Hochtouren. Fragwürdiges Highlight der Speisekarte: Elefantenfleisch.

Foto: Public Domain Mark 1.0, U.S. Navy photo by Mass Communication Specialist 2nd Class Jesse B. Awalt/Released

Als wäre die Geburtstags-Gala in Harare am Abend des 21. Februars für den umstrittenen Präsidenten Simbabwes nicht genug gewesen, möchte es Robert Mugabe noch größer: Für den kommenden Samstag plant er eine weitere Geburtstagsfeier, die jegliches Vorstellungsvermögen übertrifft. Vor dem Panorama der Victoria-Fälle lädt Mugabe 20.000 Gäste, welche zum Abendessen seltenes Elefantenfleisch serviert bekommen sollen.

Schon wenige Wochen zuvor stand der seit 35 Jahren regierende Präsident in der Schusslinie: Er und seine Regierungspartei Zimbawe African Nation Union planen den Verkauf von Elefanten an China, um dringend benötigte Staatseinnahmen zu erwirtschaften. Obwohl weltweitbekannt ist, dass die Dickhäuter im südlichen Afrika bedroht sind, geht der Staatschef noch einen Schritt weiter. Für seine Feier sollen ein Löwe, fünf Antilopen, zwei Büffel – und zwei Elefanten geschlachtet werden und auf dem Esstisch landen.

Empörung wird vor allem unter Tierschützer_innen und der Opposition laut. Man sei fassungslos darüber, wie man einerseits über Maßnahmen gegen das Wildern von Elefanten spreche und im nächsten Augenblick selbst zum Schlachter werde. Auch die Kosten der Veranstaltung von sage und schreibe einer Million Dollar ist den Kritiker_innen ein Dorn im Auge. Unverständlich sei es, wie man so mit dem Geld um sich werfe, obwohl die Mehrheit der Bevölkerung in Armut lebe. Die größte Oppositionspartei Bewegung für Demokratischen Wandel fordert aus diesen Gründen die Absage der Party. Das Geld solle lieber in die Verbesserung des Gesundheitssystems gesteckt werden und als Spende an Waisenhäuser gehen.

Abzuwarten bleibt, wie Mugabe darauf reagiert. Ob sich der 91-Jährige seine Selbstinszenierung anlässlich seines Ehrentages entgehen lässt, ist dennoch zweifelhaft.

Maxie Kiwitter

Foto: public domain