(Nicht nur) Masken im Kitenge-Style

(Nicht nur) Masken im Kitenge-Style

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Das Mode-Start-up „Matema“ engagiert sich sozial: Mit einer Spendenaktion wurde Geld für die Herstellung von 5.000 Schutzmasken für Menschen in Moshi gesammelt.

© Matema Design

In eine neue Kultur einzutauchen und verschiedene Kontinente kennenzulernen, davon träumen die meisten Jugendlichen heutzutage – sich dabei auch ehrenamtlich zu engagieren steht bei vielen allerdings nicht ganz oben auf der Liste. Jan Schultheis, ein internationaler Wirtschafts- und Entwicklungsstudent aus Petersberg hat sich schon lange für den Globalen Süden interessiert, vor allem auch für die sozioökomischen Herausforderungen in diesen Ländern. Der ehemalige weltwärts-Freiwillige aus Tansania führt nun sein Engagement für das Land durch seine Arbeit bei „Matema“ weiter.

Matema Team
Ein engagiertes Team. © Matema Design

Die Idee für das Mode-Start-up Matema Design kam dem 21-Jähigen bereits im Juli 2018 während seines Freiwilligendienstes, inspiriert vom dortigen ostafrikanischen Klamottenstil. Ein halbes Jahr später, im Februar 2019, wurde Matema gegründet. Heute hat der junge Unternehmer ein Team aus Student*innen und ehemaligen Freiwilligen um sich, das einen engen Bezug zu Tansania hat und unentgeltlich arbeitet. Die Marke Matema ist bekannt für seine individuellen und nachhaltigen tansanischen Jacken, die in Ostafrika am Fuße des Kilimanjaros zu 100 % fairen Arbeitsbedingungen produziert werden. Auch während der Corona-Krise hörte das junge, dynamische Team nicht auf, sich für Ostafrika zu engagieren.

 

Spendenaktion für die Produktion von 5000 Schutzmasken

Maskenbild, Matema (4)
Foto: © Matema Design

Das junge Unternehmen zeigt sich in dieser Zeit von seiner solidarischen Seite, denn Corona ist nicht nur in Deutschland ein großes Problem: Durch eine Spendenaktion (https://gf.me/u/xuhz6c) konnte Matema bislang mehr als 3.000 Euro sammeln. Damit wurde in Tansania die Produktion von 5.000 Schutzmasken finanziert, die an die Hilfsbedürftigen in der Bevölkerung kostenlos abgegeben wurden. Ziel ist es, auch dort die Infektionsausbreitung zu verlangsamen. Zugleich kann mit der Schutzmasken-Herstellung die wirtschaftliche Existenz der Schneider*innen in der Coronakrise zusätzlich gesichert werden. Marietha Kimambo, die Geschäftsführerin der Produktionsstätte, beobachtet die wirtschaftlichen Konsequenzen der Krise nicht nur im eigenen Betrieb: „Uns geht es gut und wir danken Gott, aber im Moment sorgen wir uns auch sehr um unsere Wirtschaft.“ Das Leben in Moshi spielt sich viel auf den Straßen ab, genau wie der Handel und die Märkte – die Coronakrise stellt dafür definitiv eine große Beeinträchtigung dar.

Anstatt der coolen African-Streetwear Klamotten werden in der Produktionsstätte nun Schutzmasken aus den tansanischen Stoffen hergestellt. Die positive Resonanz der Spendenaktion ist großartig: „Die Unterstützung bisher war überwältigend und damit die Aktion ein voller Erfolg“, so Schultheis. Marietha Kimambo sieht in der Aktion vor allem einen Erfolg der Gemeinschaft und Solidarität: „Für mich bedeutet Matema Zusammenarbeit. Es ist etwas Besonderes, wenn man ein Unternehmen als Gruppe startet. Es wird dir helfen, Erfahrungen zu sammeln, du wirst viele neue Dinge und verschiedene Ideen kennenlernen, weil du sie mit anderen teilst. Wenn du sie kombinierst, entsteht etwas Gutes.“ Und genau dieses „Gute“ ist nun nicht nur beim interkulturellen Austausch, sondern auch bei der Spendenaktion entstanden, in Form von einer unglaublich positiven Resonanz.

Die Schutzmasken werden an bedürftige Einrichtungen wie Kinderheime verschenkt, die sich die Masken sonst nicht leisten können. Ein Teil der Mundschütze werden auch für wenig Geld verkauft, um mit den Einnahmen wieder weitere Masken produzieren zu können.

Kitengestoffe aus denen unsere Produkte bestehen, Matema
Kitenge-Stoffe spielen bei der Gestaltung aller Matema-Produkte eine zentrale Rolle, auch bei den Masken. © Matema Design

„Die Stadtbevölkerung lebt auf sehr engem Raum, weshalb ein Sicherheitsabstand fast unmöglich ist. Die Masken spielen daher eine wichtige Rolle.“, betont Schultheis.

 

Fairer Handel mit Tansania

Für Start-ups bedeutet der Aufbau eines Unternehmens in normalen Zeiten schon eine große Herausforderung – in der aktuellen Coronavirus-Krise ist diese erst recht riesig. Das deutsch-tansanische Modelabel aus Petersberg in Hessen setzt sich aber auch in der momentanen Situation für einen fairen Handel und eine umweltgerechte Herstellung von Kitenge-Kleidern aus Tansania ein: Jacken und T-Shirts für Frauen und Männer, geschneidert aus den bunten Kitenge-Stoffen in dem für Afrika typischen Style. „Nachhaltig, individuell und geschmackvoll“ lautet denn auch das Leitmotiv des Labels.

Unsichtbares Hüpfseil (1)
Normalerweise ist Matema als Label für coole Streetware bekannt. Foto: © Matema Design

Damit trägt das Matema Design mit dem Verkauf der farbenfrohen Klamotten in Deutschland nicht nur ostafrikanische Fashiontrends in die europäische Modewelt hinein. Das Start-up will sowohl mit der Produktion durch einheimische Schneider*innen in Moshi als auch mit dem lokalen Einkauf der tansanischen Stoffe die ostafrikanische Wirtschaft stärken.

Dabei will Matema sein Engagement nicht nur nutzen, um Profit zu erzielen, sondern vor allem auch, um auf die Herausforderungen in Tansania aufmerksam zu machen oder über die Situation vor Ort zu informieren, beispielsweise wie jetzt in der Coronakrise durch Gespräche mit  Tansanier*innen, die auf Youtube veröffentlicht werden. Auf dem Youtube- Kanal „Matema Media“ findet Ihr derzeit mehrminütige Interviews mit Menschen aus Moshi oder auch Freiwilligen, die von der aktuellen Situation in Tansania berichten. Mehr Infos über das Label und seine Produkte und Ziele findet Ihr auf www.matemadesign.de

 

Laura Wessbecher (von Matema Design)