Nigeria – Gewinn und Verlust zugleich

Nigeria – Gewinn und Verlust zugleich

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Eric Dooh aus der Gemeinde Goi im Niger-Delta kann seine Enttäuschung nicht verbergen. Er war als einziger der vier Nigerianer in Den Haag und sagte, dass das Gericht Shell, Nigeria für die schlechte Wartung seiner Pipelines verantwortlich gemacht habe. Um den Nigerianer flatterte der Wind, er stand vor dem Gerichtssaal in Den Haag fassungslos.

 

Dooh ist einer von fünf nigerianischen Bauern, die gemeinsam mit der Nichtregierungsorganisation "Milieudefensie" Klage gegen den britisch-niederländischen Konzern Royal Dutch Shell eingereicht hatten. Ein Bezirksgericht in Den Haag hat diese am Mittwoch, 30.01., in vier Fällen abgewiesen. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt. Die Tochter-Firma Shell Nigeria wurde allerdings für einen der fünf Kläger um Schadenersatz verurteilt, der aus der Gemeinde Ikot Ada Udo im betroffenen Niger-Delta stammt. Diese Entscheidung wurde von Umweltorganisationen, die den Fall gespannt verfolgten, positiv bewertet. Es ist das erste Mal, dass ein niederländisches Gericht eine Klage gegen ein niederländisches Unternehmen verhandelt hat, bei der es um Schäden ging, die es im Ausland angerichtet hat.

 

Aufgeben wollen die vier Kläger trotzdem nicht. "Wir gehen in Berufung", sagt Evert Hassing von "Milieudefensie". Gemeinsam wollen sie nun gerichtlich Zugang zu den internen Dokumenten von Shell einfordern.

 

Gülden Yagan

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