Ovaherero- und Namavertreterinnen auf Vortragsreise durch sieben deutsche Städte

Ovaherero- und Namavertreterinnen auf Vortragsreise durch sieben deutsche Städte

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Morgen beginnt die erste deutschlandweite Vortragsreise zweier bedeutender Ovaherero- und Namaaktivistinnen. Auf Einladung von Berlin Postkolonial e.V. werden sie in sieben verschiedenen Städten über den Widerstand der Nama-und Ovaherero-Frauen und die Klage um Wiedergutmachung sprechen.

OvaHerero und Nama Aktivistinnen protestierten schon mehrfach in Deutschland für eine Wiedergutmachung. Foto: © Joachim Zeller CC BY-ND 2.0

Zum ersten Mal kommen die prominenten Aktivistinnen Esther Muinjangue von der Ovaherero Genocide Foundation und Sima Luipert vom Genocide Technical Committee der Nama Traditional Leaders Association zu einer deutschlandweiten Vortragsreise in sieben verschiedene Städte. Während ihrer Tour besichtigen sie auch eine Reihe von öffentlichen Sammlungen, die menschliche Gebeine und Kulturobjekte ihrer Vorfahren aus kolonialen Unrechtskontexten enthalten.

Deutschlands kolonialer Genozid 1904-08 im heutigen Namibia betraf neben den widerständigen Männern besonders auch Frauen und Kinder, die in die Omaheke/Kalahari getrieben und in Konzentrationslagern ermordet wurden. Die Gäste aus Namibia werden über den opferreichen Widerstand der Ovaherero- und Nama-Frauen sowie über ihre Rolle im anhaltenden Kampf für eine offizielle Anerkennung des Völkermords durch den Deutschen Bundestag berichten. Sie erklären, warum die vom Genozid betroffenen Gemeinschaften vor ein New Yorker Gericht gezogen sind, um bei den namibisch-deutschen Regierungsverhandlungen zum Genozid mit eigener Stimme am Tisch sitzen und neben einer Entschuldigung symbolische und materielle Wiedergutmachung beanspruchen zu können.

Esther Muinjangue sagt: „Die Gemeinschaften der Ovaherero und Namas sind Opfer des Völkermords und haben als solche das Recht auf Selbstbestimmung. Sie warten nicht darauf, dass ihnen dieses Recht zugestanden wird. Sie sind aus eigenem Antrieb aufgestanden und haben damit begonnen, dieses Recht zu beanspruchen: das Recht, für sich selbst zu sprechen. In ihren Reparationsforderungen an Deutschland sind die Ovaherero und Nama eins.“

Die Vortragsreise hat folgende Stationen:

11.12. um 20:00 Uhr: Augsburg, Hollbau im Annahof, Annahof 4

12.12. um 19:30 Uhr: München, Stadtmuseum, St. Jakobs-Platz 1

13.12. um 19:00 Uhr: Köln, Rautenstrauch-Joest-Museum, Cäcilienstraße 29

16.12. um 18:30 Uhr: Bremen, DGB-Haus, Bahnhofsplatz 22-28

17.12. um 20:00 Uhr: Hamburg, Kampnagel, KMH, Jarrestraße 20

18.12. um 19:00 Uhr: Rostock, Peter-Weiss-Haus, Doberaner Str. 21

19.12. um 19:30 Uhr: Leipzig, Ost-Passage Theater, Stötteritzer Str. 73

 

Berlin Postkolonial e.V.