Regenbogenlaune in eSwatini

Regenbogenlaune in eSwatini

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Die erste LGBTIQ-Pride-Parade in einer absoluten Monarchie, obwohl Homosexualität illegal ist. Trotzdem hat es Melusi Simelane geschafft, eine Demonstration für die Rechte der LGBTIQ in eSwatini zu organisieren.

Foto: Pride Parade Capetown, 2010 by Max Barners/ flickr, CC BY-ND 2.0.

Am letzten Juniwochenende wurde in Mbabane, der Hauptstadt von eSwatini (ehemals Swasiland), die erste LGBTIQ-Pride-Parade veranstaltet. Etwa 500 Leute erschienen zur Demonstration und schwenkten begeistert zahlreiche bunte Regenbogenfahnen. Ein großer Erfolg für die Bevölkerung der letzten absoluten Monarchie Afrikas. Besonders für Melusi Simelane, einer der Organisatoren der Parade und Sprecher der nationalen LGBTIQ-Bewegung „The Rock of Hope“ sei es wichtig gewesen die Menschen zum Thema sexuelle Vielfalt zu sensibilisieren. Mit dem Slogan „Turn hate into love“ vermittelten sie Toleranz und Gemeinschaft und vernetzten die Bewegung an diesem Tag besonders stark. Die Veranstaltung der Parade setzt ein langersehntes Zeichen für mehr Gerechtigkeit für die LGBTIQ-Gemeinschaft in eSwatini, fand Simelane.

Homosexualität ist im Königreich offiziell illegal, wird von der Regierung abgewertet und auch schon mal als „satanisch“ bezeichnet. Auch König Mswati III. spricht sich regelmäßig gegen Homosexualität aus und unterstützte die Veranstaltung nicht. Teilnehmende riskierten deshalb eine Festnahme. Trotzdem übergibt die Regierung der Bevölkerung die Verantwortung, denn diese solle sich selbst für eine Änderung des Gesetzes stark machen, so ein Sprecher der Regierung zur britischen BBC. Aufgrunddessen war es für The Rock of Hope umso wichtiger, zusammen mit der amerikanischen Organisation Human Rights Campaign die Bedeutsamkeit des Themas für ihr Land zu vermitteln und gegen Vorurteile und Angriffe auf die Gemeinschaft zu demonstrieren. Auch in anderen afrikanischen Staaten werden Pride-Paraden veranstaltet. Im südafrikanischen Kapstadt findet diese jährlich im Februar statt und zieht tausende internationale Besucher_innen an. Die Veranstaltungen in beiden Ländern sind Beispiele für die Stärkung und Festigung der LGBTIQ-Gemeinschaft in Afrika.

C.L.T.

Foto: Pride Parade Capetown, 2010 by Max Barners/ flickr, CC BY-ND 2.0

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