Unterstützung für die Kunsthandwerker*innen von nobunto

Unterstützung für die Kunsthandwerker*innen von nobunto

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Thomas Berlt von nobunto Deutschland (unten links) bei seinem Besuch der Produktionsstätte in Napier, Südafrika. Foto: © nobunto.de

Das Jahr 2020 stellt uns alle vor große Herausforderungen. Für nobunto sollte es dabei ein frohes Jahr werden, denn vor nun immerhin 10 Jahren wurde bei dem Fair Trade Partner in Südafrika die erste Kerze handbemalt. Doch was jetzt – nach über fünf Monaten Ausgangsperre und Lockdown in Südafrika – bleibt, ist nicht sehr viel. Das Land ist fast vollständig zum Stillstand gekommen und befindet sich in einer schweren Krise, die Wirtschaft liegt am Boden, viele Menschen haben ihre Jobs verloren und können Ihren Lebensunterhalt nicht mehr sichern, es gibt Proteste und Unruhen. Gerade wurde das fünfstufige Corona-Warnsystem auf ein weiteres Level gelockert. (Lest mehr zu dem dort eingeführten Stufensystem in der aktuellen LoNam.) Das soll ein großer Schritt zur Normalität sein, weiterhin beschränkt bleibt allerdings unter anderem der internationale Reiseverkehr und das voraussichtlich noch bis ins kommende Jahr.

Kunsthandwerk! Foto: © nobunto.de
Kunsthandwerk! Foto: © nobunto.de

Das trifft auch die nobunto-Manufaktur mit ihren derzeit neun fest beschäftigten Mitarbeiter*innen hart, da neben den zögerlichen internationalen Aufträgen auch weiter keine inländischen Aufträge zu erwarten sind. Normalerweise startet die Manufaktur jetzt im zweiten Halbjahr zumeist mit den Aufträgen aus dem Inland. Dazu ereilen sie Nachrichten, dass auch die ersten langjährigen Kund*innen ihre Geschäfte aufgeben. Das Geschäft ist vom Tourismus abhängig, aber Aufträge und Einnahmen aus diesem Sektor fehlen komplett.

 

Die festangestellten Handwerker*innen schaffen es mithilfe der Unterstützung der Partner auch durch die Krise. Foto: © nobunto.de
Die festangestellten Handwerker*innen schaffen es mithilfe der Unterstützung der Partner auch durch die Krise. Foto: © nobunto.de

Ich selbst war seit Anfang März noch in Südafrika auf Produzentenreise bei unserem Partner in Napier. Fast zwei Wochen lang haben wir intensiv und kreativ an neuen Ideen, an verschiedenen Kerzen- und Keramikdesigns gearbeitet und Themen wie Arbeitsorganisation, Qualität und fairen Handel diskutiert. Innerhalb weniger Tage hat sich die ganze Situation verändert. Unsere Reise ist unfreiwillig in Verlängerung gegangen, da Südafrika am 26.03.2020 um Mitternacht für 21 Tage in eine der strengsten Ausgangssperren der Welt gegangen ist, welche dann auch noch einmal um 14 Tage, bis Ende April, verlängert wurde. Seit 17. April sind wir wieder zurück.

Beim Partner in Napier durfte fast sechs Wochen nicht gearbeitet werden. Wie die meisten kleineren Produzenten in Übersee hat die Manufaktur keine großen Reserven, um eine Zeit ohne Produktion und Einnahmen auch nur annähernd irgendwie zu überbrücken. Im Vergleich zu Deutschland ist staatliche Hilfe rar und die soziale Absicherung in solchen ungewöhnlichen Situationen ist schwierig.

Die Produkte aus Südafrika. Foto: © nobunto.de
Die Produkte aus Südafrika. Foto: © nobunto.de

Ich wollte unseren Partner mit dieser Situation nicht alleine lassen und habe deshalb im April einen Aufruf auf gofundme gestartet. Mit dem Aufruf will ich helfen, dass die derzeit neun festangestellten Kunsthandwerker weiter ihren Lebensunterhalt bestreiten können und dass die Manufaktur die laufenden Kosten decken kann. Neben der bisherigen Hilfe auf gofundme erreichten uns auch auf anderen Wegen Unterstützungsangebote und viele aufmunternde Worte. Danke dafür!

Mit dieser Hilfe konnten die Mitarbeiter bis heute unterstützt werden, wir konnten einen minimalen Lebensunterhalt sichern und einen Teil der laufenden Kosten der Manufaktur decken. Um das auch für die kommenden schwierigen Monate zu sichern, setzen wir noch einmal auf Eure Unterstützung. Ich würde mich freuen, wenn Ihr diesen Aufruf teilt und Euren Freunden davon erzählt.

Link zum Aufruf: https://www.gofundme.com/f/nobunto-coronahilfe-sudafrika (dort gibt es auch eine Funktion zum Teilen)

Kurzlink: gf.me/u/xyki92

 

© nobunto.de
© nobunto.de

Vielen Dank, von ganzem Herzen ♡

Aus Brandenburg
Thomas Berlt, nobunto Deutschland

Über nobunto in Deutschland: Seit 2011 bin ich Partner der Manufaktur und mit nobunto hier in Deutschland vertreibe ich die Produkte in Deutschland und im europäischen Raum. Der Vertrieb in Deutschland erfolgt über unserem Webshop www.nobunto.de, per Großhandel an verschiedene Einzelhändler, zum Beispiel an Weltläden. Dabei unterstützen wir die Manufaktur auf vielfältige Art und Weise, ideell und materiell (Webseite, Design & Qualität, Musterversand, Export). Alle Aufträge von Nobunto Deutschland werden mit mindestens 50% vorfinanziert. Ich arbeite unmittelbar und ohne weiteren Zwischenhandel mit nobunto in Südafrika zusammen. Die Zusammenarbeit gestaltet sich dabei von Anfang an auf einer fairen und partnerschaftlichen Kultur, wobei ich selbst regelmäßig, zuletzt im März 2020, die Manufaktur in Südafrika besuche. Dabei haben sich über die Jahre enge freundschaftliche Verhältnisse zu den nobunto-Kunsthandwerkern entwickelt, viele Mitarbeiter kenne ich inzwischen über zehn Jahre persönlich.