Vereitelter Putschversuch im Sudan

Vereitelter Putschversuch im Sudan

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In den Straßen Khartums war erhöhte Militärpräsenz zu beobachten © Christopher Michel, Flickr.com
In den Straßen Khartums war erhöhte Militärpräsenz zu beobachten © Christopher Michel, Flickr.com

Im Sudan hat es offenbar einen Putschversuch in der Nähe der Hauptstadt Khartum gegeben. Ein Umsturz konnte durch die Armee jedoch verhindert werden, so ein Militärsprecher im Staatsfernsehen. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Suna seien die beteiligten Personen vorerst festgenommen und die Situation dadurch unter Kontrolle gebracht worden. Die Hintergründe sowie die Ziele der Putschisten sind bislang unklar.

Angaben aus Regierungskreisen zu folge hätten die Putschisten versucht in das Gebäude der Staatsmedien einzudringen. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP mitteilte, seien daran hochrangige Militärvertreter beteiligt gewesen. Sie seien nun suspendiert. Wie die NZZ berichtet, soll es sich bei den Putschisten um Anhänger des alten Regimes unter Omar al-Baschir handeln. Ein Militärsprecher der Deutschen Presse-Agentur nannte Generalmajor Abdul-Baqi Al-Bakrawi als Hauptverantwortlichen des Putschversuchs.

Nachdem der ehemalige Präsident Omar al-Bahsir im Jahr 2019 nach monatelangen Protesten vom Militär gestürzt wurde, wurde eine Übergangsregierung aus Militär und Zivilisten eingeführt. Geplant war, drei Monate später, ein legislatives Organ einzuführen. Dies ist bis heute nicht geschehen. Der Sudan befindet sich weiterhin unter einer fragilen Gewaltenteilung aus Militärs und Vertreter*innen der Zivilgesellschaft, in der es jedoch viele Spannungen geben soll. Zusätzlich verschärfen wirtschaftliche Schwierigkeiten und politische Spaltungen die derzeitige Lage im Sudan.

Text: Carolin de Schutter