Waldbrände im Mittelmeerraum: Mindestens 65 Tote in Algerien

Waldbrände im Mittelmeerraum: Mindestens 65 Tote in Algerien

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Eine Hitzewelle und Brandstiftungen sorgen für schwere Waldbrände im Norden des Landes.

Quelle: , kameraman1960

Bildquelle: pixabay, by kameraman1960

In Algerien wüten seit Anfang der Woche mehr als 70 Brände, von denen einige die schlimmsten in der Geschichte des Landes darstellen. Dabei ist besonders die Bergregion Kabylie, die sich östlich der Hauptstadt Algier befindet, betroffen.

Vor allem die Städte Tizi Ouzou und Bejaia sowie die gleichnamigen Provinzen sind von den Flammen bedroht und beklagen viele Tote. Nach Angaben des staatlichen Fernsehens seien bereits mehr als 65 Menschen durch die Brände ums Leben gekommen, darunter viele eingesetzte Soldat*innen. Zwölf weitere Soldat*innen haben sich bei Rettungseinsätzen schwer verletzt und befinden sich in Lebensgefahr. In angrenzenden Dörfern mussten Anwohner*innen ihre Häuser verlassen und vor den Flammen Schutz suchen. Hotels wurden daraufhin angewiesen, Menschen ohne Obdach aufzunehmen. Etwa 100 Menschen aus den Provinzhauptstädten konnten von Rettungskräften aus akuten Gefahrenlagen in Sicherheit gebracht werden, so Präsident Tebboune,.

Der Grund vieler Brände sei nach Angaben der Behörden Brandstiftung, doch auch die aktuellen Temperaturen von über 40 Grad sowie starke Winde heizen die Feuer weiter an. Wie der staatliche Rundfunk berichtete, wurden bereits mehrere mutmaßliche Brandstifter von Behörden in Gewahrsam genommen.

Die Lage wird zunehmend durch austrocknende Wasserreserven verschärft. So ist beispielsweise der Taksebt-Stausee im Atlasgebirge zusehends ausgetrocknet. Betroffen sind dadurch besonders die abgeschiedenen Gebirgsdörfern im Norden des Landes, in denen unabhängig von der erschwerten Situation in Sommermonaten Wassermangel besteht.

Auch weitere Mittelmeerländer wie Tunesien, Griechenland, die Türkei oder Italien kämpfen derzeit mit Extremtemperaturen. Laut des sechsten Sachstandsberichts des Weltklimarates (hier Link einfügen) werden diese und weitere Extremwetterlagen als direkte Folge des menschengemachten Klimawandels angesehen.

Text: Steffen

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