Wem gehört der Nil?

Wem gehört der Nil?

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Seit Jahren streiten Äthiopien, Ägypten und der Sudan über die Verteilung des Nilwassers. Jetzt stehen die Zeichen auf Entspannung: Die Staaten schlossen ein Abkommen über den Bau eines Staudamms.

In der sudanesischen Hauptstadt Khartum unterzeichneten am Montag Präsident Omar al-Baschir, sein ägyptischer Amtskollegen Al-Sisi und der äthiopische Ministerpräsident Hailemariam Desalegn ein Grundsatzabkommen über den Bau des Grand-Renaissance-Staudammes am Nil. Ein wichtigen Schritt zur Aufteilung des Wassers um das es jahrelang Streit gab.

Al-Baschir sprach von einem „historischen Abkommen“, welches zeigen soll, dass „im Interesse der Entwicklung“ sich alle Seiten gegenseitig vertrauen. Dennoch ist der Staudamm, der in Äthiopien entstehen soll, in Ägypten umstritten, da das Land auf den Nil als Trinkwasserreservoir und für die Bewässerung großer landwirtschaftlicher Flächen angewiesen ist. Der Staudamm werde den drei Staaten „nicht schaden, insbesondere nicht dem ägyptischen Volk“, entgegnete Desalegn der Kritik. Auch Al-Sisi betonte, das endgültige Abkommen werde „zum Nutzen Äthiopiens sein, ohne den Interessen Ägyptens und des Sudan zu schaden“.

Der 3,2 Milliarden Euro teure Staudamm in Äthiopien soll nach Fertigstellung im Jahr 2017 bis zu 6.000 Megawatt Strom erzeugen. Der Damm wird dann der größte auf dem afrikanischen Kontinent sein.

Hao Nguyen