Wo das Glück willkommen ist

Wo das Glück willkommen ist

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Ruander_innen gehören zu den glücklichsten Afrikaner_innen.

Zurückgreifend auf den internationalen Tag des Glücks am 20. März veröffentlichte die amerikanische Gruppe Galup dieses Jahr Forschungsergebnisse für den Index von positiven Erfahrungen. Die Forscher_innen wollten herausfinden, wie positive und negative Emotionen in verschiedenen Ländern weltweit verteilt sind. Befragt wurden Erwachsene in 143 Staaten im Jahr 2014. Sie sollten darüber nachdenken, ob ihnen einen Tag zuvor irgend etwas Gutes, Schönes, Positives passiert sei, sprich; ob sie positive Emotionen erfahren hätten. Mehr als 70 Prozent weltweit haben mit „ja“ geantwortet.

Genauere Feststellungen ergeben sich aus fünf detaillierteren Fragen, die Galup den Interviewten stellte. Mithilfe der Antworten „ja“ oder „nein“ lässt sich dann der Index der positiven Erfahrung erstellen. Die Fragen konzentrierten sich auf das innere Glück, das Wohlbefinden sowie die Beziehung zu Freunden_innen und Familie.

Das persönliche Einkommen, so könnte man meinen, spielt hier auch eine Rolle. Dies war jedoch den Umfragen zufolge nicht der Fall. Menschen mit höherem Einkommen sollten sich selbst bessere Lebensqualitäten leisten können und damit auch glücklicher sein, so eine weit verbreitete Ansicht. Doch Stress, ein negatives persönliches Umfeld und Traurigkeit sind die eigentlichen Auslöser für negative Emotionen.

Das Umfeld, in dem man wohnt, hat größere Auswirkungen als das Geld, ist jedoch auch nicht der entscheidende Aspekt für Glück. Ruanda als afrikanisches Land wird hierzulande schnell mit schlechter Regierungsführung, Armut oder Manipulationen Presseumfeld in Verbindung gebracht. Auch wegen des Völkermords vor 20 Jahren könnte man annehmen, dass die Bevölkerung dort besonders traurig und verzweifelt ist. Doch das ist kein Anlass für die Ruandianer_innen, heute traurig zu sein. Beim Index für positive Erfahrungen haben sie 79 Prozent erreicht. Ruanda ist bereit, mehr zu lächeln, Neues zu lernen, sich mehr umeinander zu kümmern. Die positiven Einstellungen seiner Bürger_innen machen Ruanda zum glücklichsten Land Afrikas.

Lina Jankauskaite