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Am diesjährigen Internationalen Frauentag diskutierten die Anhänger_innen von WIE die Lebenssituationen der Frauen und Kinder in den Lagern. Mit Sprüchen, wie „Werdet laut. Werdet wütend. Werdet aktiv.“ oder „Stop! Stop! Stop! Flüchtlingslager-Stop!“, machten die Frauen und Männer bei der Demo auf sich aufmerksam. Die „Flüchtlingsfrauen“, wie sich WIE auch nennen, machten wiederholt auf die Isolation der Frauen in den Lagern aufmerksam. „In den Gemeinschaftsunterkünften ist weder genug Platz, noch hat man auch nur einen Funken Privatsphäre“, so eine der zwei Wortführerinnen. Seit 2011 würden von Sozialminister Baaske immer wieder Versprechungen gemacht, die Heime zu verbessern, doch bis zum heutigen Tag sei nichts geschehen. Zumal eine Verbesserung der Lebensbedingungen in den Heimen auch nicht viel nützen würde, denn dadurch wären sie immer noch nicht human.

 

Doch warum geht es hier nur um Frauen und Kinder? Haben nicht auch männliche Flüchtlinge das Recht auf Besserung? WIE antwortet darauf: Frauen und Kinder sind häufiger Opfer von gewalttätigen und sexistischen Angriffen. Auch in den Lagern werden sie von Männern belästigt. Auf einem der Flugblätter steht: „Diese gewalttätigen Bedingungen werden absichtlich im deutschen Lagersystem geschaffen“. Eine vage, nicht begründete These. Wenn dem wirklich so ist, warum nahmen nicht mehr Flüchtlingsfrauen an der Demonstration teil, um für sich zu sprechen? Die Demonstrant_innen schienen sich eher aus deutschen Frauenrechtlerinnen der linken Szene zusammen zu setzen. Zudem gaben die gehaltenen Reden nur die gedruckten Parolen auf den Flugblättern wieder. Fazit: Deutsche Frauen kämpfen für Flüchtlinge gegen die Situation in den Lagern, ohne je selbst mit dieser Erfahrungen gemacht zu haben?

Denise Pitner

 

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