Zu Gast in Berlin: Das African Film Festival for Children and Youth

Zu Gast in Berlin: Das African Film Festival for Children and Youth

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Ein emotionaler Abend - bei der Premiere von
Ein emotionaler Abend - bei der Premiere von "Conviction: The Case of Stephen Lawrence" war sein Vater Neville Lawrence für ein Publikumgespräch anwesend. © Operndorf Afrika

Vom 27. Oktober bis zum 4. November 2021 lädt das Operndorf Afrika zum African Film Festival for Children and Youth in’s Babylon-Kino Berlin ein. Unter dem Motto ‚The Future is Africa‘ gibt es täglich ein Kurzfilmprogramm und einen Spielfilm zu sehen, begleitet von Podiumsdiskussionen, Filmgesprächen und Schulvorführungen. Getragen wird das Festival vom Operndorf Afrika, einem internationalen Verbund, der in Burkina Faso das Format bereits seit mehreren Jahren veranstaltet.

Das Programm des Festivals wurde von der britischen Filmkuratorin June Givanni zusammengestellt und präsentiert nahezu 30 Kurz- und Langfilme, die ihre Geschichten zumeist aus der Sicht von Kindern und Jugendlichen erzählen. Sie behandeln Themen wie Identität, Diaspora, Erwachsenwerden oder Heldentum mit den Stilmitteln wie Dokumentation, Portrait, magischem Realismus und Afrofuturismus. Die Auswahl schließt Klassiker des afrikanischen Kinos wie Gaston Kaborés Wend Kuuni (1992) sowie aktuelle Filme wie Larry Achiampongs Reliquary 2 (2020) und Adeyemi Michaels futuristischen Kurzfilm The Future Isn’t What It Used To Be (2021) ein.

Zur Eröffnung fand am Mittwoch die Deutschland-Premiere des dokumentarischen Dramas Conviction: The Murder Of Stephen Lawrence (2021) statt. Die dreiteilige Serie des britischen Regisseurs Alrick Riley erzählt von Stephen Lawrence und dem jahrzehntelangen Kampf seiner Familie, um Aufarbeitung und Gerechtigkeit für ihren verlorenen Sohn. Der Londoner Jugendliche wurde 1993 auf offener Straße von einer rechtsradikalen Bande ermordert. Fokus im Film ist vor allem eine scharfsinnige Analyse des institutionellen Rassismus, der über Jahre hinweg die Verurteilung der Täter durch die Polizeibehörden verhinderte und bis heute offene Wunden hinterlässt. Bei der Veranstaltung war der Vater von Stephen, Neville Lawrence, zu Gast und führte ein bewegendes Gespräch mit dem Publikum.

Zu Empfehlen sind weiterhin die spannenden Podiumsdiskussionen am Wochenende, an denen viele der preisgekrönten Filmemacher*innen des Festivals beteiligt sind. Am Samstag wird ein Panel unter dem Titel ‚Auseinandersetzen mit der Vergangenheit, um die Zukunft zu verstehen‘. Hierzu sind Mamadou Lamine Seck, Teresa Prata, Alrick Riley und Kibwe Tavares eingeladen. Am Sonntag diskutieren Courttia Newland, Adeyemi Michael, Nuotama Frances Bodomo und Larry Achiampong unter dem Titel ‚Wo ist Afrika in Afro-Futurismus?‘ Die Podien finden jeweils um 16 Uhr statt und sind kostenfrei zugänglich.

Das ganze Programm findet ihr HIER.

Text: Martin Roggenbuck