Filmfest Frauenwelten zeigte Oscar-Kandidaten aus Marokko

Filmfest Frauenwelten zeigte Oscar-Kandidaten aus Marokko

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Beim Filmfest FrauenWelten, das zum letzten Mal in Tübingen stattfand, wurde auch der für den Oscar nominierte Spielfilm "Adam" aus Marokko vorgestellt.

Der Film "Adam" nimmt sensibel das Leben zweier Frauen am Rande der marokkanischen Gesellschaft in den Blick. © Filmfest FrauenWelten

Mit insgesamt 25 Filmen aus über 25 Ländern ging das Filmfest FrauenWelten zum letzten Mal in Tübingen erfolgreich über die Bühne; ab 2020 wird es in Berlin stattfinden (in der Kulturbrauerei – vom 28. Oktober bis 4. November 2020). Mit insgesamt über 4.300 Zuschauer*innen bei weniger Vorführungen als in den Vorjahren erreichte das Filmfest FrauenWelten das beste Ergebnis an Zuschauerzahlen in den gesamten 19 Jahren Festivalzeit. Besonders intensiv befasste sich das Publikum mit dem Thema „Ausstieg aus der Prostitution – Jetzt!“. Auch die anregenden Publikumsgespräche sorgten für einen intensiven Austausch mit den internationalen Gästen, unter ihnen Aktivistinnen, Regisseur*innen, und Expert*innen.

Auch der Beitrag Marokkos für die Oscars 2020, der Spielfim “Adam”, wurde auf dem Festival gezeigt und war einer der Publikumslieblinge. Der Film begleitet zwei Frauen, die am Rande ihrer Gesellschaft leben und lernen, sich solidarisch zu begleiten: die Witwe Abla und die unverheiratete Schwangere Samia, die einen moralischen Affront für ihr religiös geprägtes Umfeld darstellt.
Samia – hochschwanger, unverheiratet und obdachlos – zieht durch Casablancas Altstadt und fragt nach Arbeit. Ihre Suche bringt sie vor Ablas Tür. Ablas 8-jährige Tochter Warda, ein gutgelaunter Wildfang, hat auf den ersten Blick eine besondere Zuneigung zu Samia gefasst. Sie drängt ihre Mutter, Samia Unterschlupf zu gewähren. Abla gibt schließlich nach. Die alleinerziehende Mutter ist seit dem Tod ihres Mannes verbittert und gefangen in ihrer Versteinerung. Doch Samias Eintritt in die kleine Familie beginnt die Dinge zu verändern und Ablas Gefühlspanzer zu durchbrechen. Ein neues Leben scheint möglich. Doch der Tag rückt näher, an dem Samia sich entscheiden muss…

Die intensive, sinnliche und zarte Geschichte um zwei Frauen wurde mehrfach in Cannes nominiert und ist nun der Oscarbeitrag Marokkos in 2020. Viel zu selten gehen internationale Preise – und damit auch Anerkennung in jeglicher Form – an afrikanische Leistungen. Und das liegt unserer Ansicht nach nicht daran, dass der Kontinent nicht genug Bemerkenswertes hervorbrächte. In unserer Dezember/Januar-Ausgabe richten wir genau deshalb den Fokus auf aktuelle Preisträger*innen, die diesen Trend nun endlich zu verändern scheinen…

Auch der Regisseurin von „Adam“, Maryam Touzani, und ihrem Film-Team wünschen wir viel Erfolg bei den Academy Awards!

 

 

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