Ein Erdteil wacht auf

Ein Erdteil wacht auf

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Foto: Sykline Johannisburg von (WT-shared) NJR ZA at wts wikivoyage, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

 

Bis vor kurzem tat und schrieb man Afrika noch als einen hoffnungslosen Erdteil ab. Derzeit setzen weltweit viele Länder und Unternehmen auf diesen Kontinent, der dennoch seit Jahrhunderten als Milchkuh betrachtet und behandelt wird. In der Tat haben die vielfältigen Bodenschätze und Geschäftsgelegenheiten den Ländern dieses Kontinents Geltung verschafft. Afrika ist nun auch im Umbruch und im Aufschwung. Dies veranlasste den weltbekannten indischen Unternehmer Ratan Tata zu folgender Behauptung: „Das wirklich aufstrebende Land heute auf dieser Welt ist nach meinem Dafürhalten Afrika. Der ganze Kontinent entwickelt sich zu einem Markt, dessen Dynamik nicht nur auf der Auswertung von Bodenschätzen beruht, sondern auch auf einer neuen Generation von Unternehmern.“

Der britische Abgeordnete Mark Simonds vertritt ähnliche Ansichten: „Afrikas Erfolg beruht nicht mehr auf der Auswertung von Bodenschätzen, sondern auf dem Internet, der mobilen Technologie und der Innovation – es gibt auch ein wachsendes Interesse an erneuerbaren Energien.“

Ob man die Auffassungen Tatas und Simonds teilt oder nicht, eines kann niemand bestreiten: Die meisten Länder Afrikas machen wirtschaftliche Fortschritte. Die durchschnittliche Wirtschaftswachstumsrate liegt seit Jahren bei fünf Prozent. Diese Tendenz wird sich in absehbarer Zeit nicht verschlechtern. Nun aber wissen wir in der Philosophie, dass nur die Wirtschaft – insbesondere eine gute Bewirtschaftung der bestehenden Ressourcen – den Menschen zum Wohlstand verhelfen kann.

Gegen diesen „Afro-Optimismus“, der den „ Afro-Pessimismus“ der 90er Jahre abgelöst hat, ließe sich einwenden, dass der Wirtschaftsaufschwung in Afrika nur einer kleinen Minderheit zugute komme. Es ist gleichwohl Tatsache, dass es immer mehr Menschen in Afrika gibt, denen es heutzutage wirtschaftlich besser geht als vor fünf oder zehn Jahren. Die Anzahl der Afrikanerinnen und Afrikaner, die in den kommenden Jahren einen gewissen Wohlstand erreichen werden, nimmt auch deshalb zu, weil afrikanische Länder mehr und mehr auf afrikanische Investoren und Unternehmer bauen, um die Wirtschaft in Afrika anzukurbeln.

Zur Zeit baut beispielsweise der nigerianische Unternehmer Aliko Dangote eine Zementfabrik in Douala, der Wirtschaftsmetropole Kameruns. Der weltberühmte kamerunische Profi-Fußballer Samuel Eto’o Fils hat eine Firma namens „Eto´o Telecom“ in Kamerun gegründet. Damit hat er Arbeitsplätze für einige seiner Landsleute und Migranten geschaffen. Das sind nur zwei Beispiele unter vielen. In Nigeria rangieren die Südafrikaner an erster Stelle, was den Zufluss von Investitionen in die nigerianischen Unternehmen betrifft.

Jedes Jahr fließen Gelder in Höhe von einer Milliarde US-Dollar aus Südafrika in nigerianische Unternehmen. Darum hat Nigerias Finanzministerin Ngozi Okonjo-Iweala 2012 erklärt: „Wir in Afrika warten nicht mehr auf Investoren aus den Vereinigten Staaten von Amerika oder aus Europa; immer mehr Afrikaner investieren in Afrika und sind fähig, Investitionen in Afrika zu tätigen.“ In vielerlei Hinsicht hat sie recht, afrikanische Investoren vorzuziehen. So wird beispielsweise in Kamerun seit Langem darüber geklagt, dass die einheimischen Banken an Überliquidität leiden, dass sie Geld im Überfluss hätten. Diese Überliquidität könnte durch mehr Investitionen abgebaut werden.

Betrachtet man diese Beispiele, so ist einmal mehr bestätigt: Afrika ist ein aufstrebender Kontinent. Vielleicht der einzige.

Mathias Victorien Ntep

Foto: Sykline Johannisburg von (WT-shared) NJR ZA at wts wikivoyage, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

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