Free & Equal: neue Kampagne der UN zur Gleichstellung Homosexueller

Free & Equal: neue Kampagne der UN zur Gleichstellung Homosexueller

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Foto: Afrika Medien Zentrum/ Janie Steinke

Südafrika gilt weltweit als Vorreiter für die gesetzliche Gleichbehandlung von Homosexuellen gegenüber heterosexuell orientierten Menschen. Seit den 1990er Jahren machen es Antidiskriminierungsgesetze möglich, dass unter anderem gleichgeschlechtliche Ehen rechtlich anerkannt sind und Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung am Arbeitsplatz nicht benachteiligt werden dürfen.

Neben Südafrika hat auch Mosambik in den letzten Jahren Antidiskriminierungsgesetze geschaffen, dennoch gilt Homosexualität in noch 38 afrikanischen Staaten als Straftat. Viele Anti-Schwulen-Gesetze in Afrika stammen noch immer aus der Zeit des Kolonialismus und wurden seitdem nicht reformiert oder abgeschafft.

Die „FREE & EQUAL“-Kampagne der UN will in den nächsten 12 Monaten mithilfe von Öffentlichkeitsarbeit u.a. in Social-Media-Netzwerken die öffentliche Stellung von homosexuellen Menschen verbessern, indem sie von Diskriminierung betroffene Personen vorstellt und diese ihre individuellen Geschichten erzählen lässt.

Zur Vorstellung der Aktion auf der Konferenz am Freitag hielt auch der südafrikanische Friedensnobelpreisträger und Erzbischof Desmond Tutu eine Rede und sprach sich für die Gleichstellung Homosexueller aus. Für Tutu ist sexuelle Orientierung ebenso wenig wählbar wie beispielsweise Hautfarbe oder Ethnizität, daher sei es wichtig, die Rechte dieser Menschen zu stärken. Tutu sagte, dass religiöse Autoritäten dabei eine wichtige Rolle spielen sollten, das Image von LGBT-Menschen zu verändern, denn diese haben großen Einfluss auf die Gesellschaft.

Neben Tutu wird „FREE & EQUAL“ auch von anderen weltweit bekannten Prominenten unterstützt, unter anderem von der südafrikanischen Sängerin Yvonne Chaka Chaka.

Grundsätzlich erfreut sich Afrika einer stetig wachsenden Zivilgesellschaft, die sich für die Rechte Homosexueller einsetzt, gleichzeitig steigt aber auch die Zahl aggressiver Überfälle. Erst letzte Woche (15.07.2013) wurde der kamerunische Menschenrechtsaktivist Eric Lembembe, der erst vor wenigen Wochen für die Diskriminierung Homosexueller kritisierte, gewaltsam ermordet.

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