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Es scheint, als ob die Beziehungen zwischen den Nachbarländern nun völlig zum Erliegen gekommen sind. Seit Eritreas Unabhängigkeit im Jahr 1993 von Äthiopien, haben beide Staaten keinen stabilen Frieden durchsetzten können. Speziell während der Grenzstreitigkeiten von 1998 bis 2000, setze ein tragischer Krieg ein, der ungefähr 70000 Leben kostete.

Seit dem Gebietsabkommen von 2000, welches in einem Gespräch in Algier besiegelt wurde, konnten keine ruhigen Nachbarschaftsbeziehungen aufgebaut werden. Asmara und Addis Abeba stehen sich tatsächlich nur auf anderen Ebenen gegenüber, beispielsweise in Somalia. Beide Staaten unterstützen unterschiedliche Mächte, wie z.B. die Union der islamischen Gerichte oder die Übergangsregierung. Dazu erheben beide Seiten Vorwürfe, indem sie einander bezichtigen Rebellen zu bewaffnen und somit zu unterstützen. Eritrea wird beispielsweise beschuldigt terroristische Anschlage gegen die äthiopische Regierung unterstützen zu haben, damit Äthiopien „das zweite Bagdad“ wird. Im Gegenzug klagt Eritrea die Nichtbeachtung der neuen Staatsgrenzen an, die in 2000 eingesetzt wurden.

Die Spannung zwischen Äthiopien und Eritrea befindet sich seit dem letzten Monat auf dem Höhepunkt, sodass die Situation gar als „Kalter Krieg“ bezeichnet wird. Laut der unabhängigen Journalistin Laleix hat der äthiopische Premierminister Menes Zenawi offiziell geklagt, dass Äthiopien alles Mögliche machen wird, um die eritreische Regierung zu destabilisieren.

Dafür rechnet Addis Abeba mit 60.000 eritreischen Flüchtlingen im Norden Äthiopiens. Mit äthiopischer Unterstützung organisieren sie sich, um gegen Isayas Afewerkis Regierung „friedlich“ zu demonstrieren. Äthiopien kann damit sicher sein, dass die „internationale Gemeinschaft“ Eritrea weiter isolieren wird. Wenn alle Aufmerksamkeit an Eritrea geht, wendet sich der Blick von Äthiopien ab, die von eigenen inneren Unruhen heimgesucht werden. Man ist bemüht einen gemeinsamen Feind zu schaffen, um einen Nationalgeist in Äthiopien zu entwickeln, so Lalaix.


Faduma Abukar, 14.06.2011

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