G8-Erklärung: Viele gute Absichten, wenig konkrete Ergebnisse

G8-Erklärung: Viele gute Absichten, wenig konkrete Ergebnisse

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„Es ist gut, dass die G8 dieses Jahr über Freiheit und Demokratie diskutierten; doch die Entwicklung Sub-Sahara Afrikas geriet dabei ins Hintertreffen. Es gibt keinerlei konkrete Zusagen oder eine Strategie dafür, wie die G8 ihre historischen Entwicklungsversprechen erreichen wollen. Es scheint, dass das südliche Afrika im Wettstreit um möglichst große Schlagzeilen zum Arabischen Frühling vernachlässigt wurde. Die G8 sollten jedoch sicherstellen, dass die Ärmsten der Armen die Hilfe bekommen, die sie benötigen, um sich eigenständig aus der Armut zu befreien“, beklagte Tobias Kahler, Deutschlanddirektor der 

entwicklungspolitischen Lobbyorganisation ONE.  

 

Positive Entwicklung bei Transparenz in der Rohstoffindustrie 

Positiv bewertet ONE die Unterstützung der G8 für Transparenzregeln in der Rohstoffindustrie. Damit kann endlich Licht ins Dunkel der Finanzströme von Unternehmen der Öl-, Gas- und Bergbauindustrie, die in Entwicklungsländern aktiv sind, gebracht werden. Mehr Transparenz erlaubt zivilgesellschaftlichen Gruppen, ihre Politiker zur Rechenschaft zu ziehen; Korruption lässt sich leichter bekämpfen und Transparenz hilft, sicherzustellen, dass alle Menschen von dem Rohstoffreichtum ihrer Heimatländer profitieren. Dazu Kahler: „Es ist das erste Mal, dass die G8 Transparenzregeln im Rohstoffsektor unterstützen. Dunkle Geschäfte zwischen Rohstoffunternehmen und Regierungen in Entwicklungsländern müssen endlich der Vergangenheit angehören – Transparenz ist die Zukunft: Regierungschefs und Firmen gleichermaßen müssen sich entscheiden, welchem Teil der Geschichte sie angehören wollen.“ 

 

Keine Aussagen zu Landwirtschaft 

Zum Thema Landwirtschaft ist in der Abschlusserklärung von Deauville leider kaum etwas zu finden. „Es scheint, dass Landwirtschaft nach den großen Versprechungen, die im Jahr 2008 in L’Aquila gemacht wurden, mehr und mehr zu einem Nachsatz verkümmert“, kritisiert Kahler. „Damals befanden wir uns in einer großen Nahrungsmittelkrise. Dies ist erneut ein Indiz dafür, dass die G8-Chefs hauptsächlich gute Schlagzeilen produzieren wollen, anstatt ihre Versprechen zu halten. Die G20 müssen jetzt alles tun, um Hunger und Ernährungsunsicherheit zu bekämpfen

 

Pressekontakt Deutschland 

ONE, Karoline Lerche, 

Reinhardtstraße 47 

10117 Berlin, 

Telefon: 030-319 891 570 

 

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