Ghana ergreift Initiative im Kampf gegen Piraterie

Ghana ergreift Initiative im Kampf gegen Piraterie

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Der Golf von Guinea hat das Horn von Afrika als Piraten-Hochburg abgelöst. Lange Zeit galten die Gewässer vor Somalia als gefährlichste Region für die Hochseeschifffahrt. Durch die Anwesenheit internationaler Militärschiffe, unter anderem entsandt im Zuge des EU-Einsatzes Atalanta, konnte dort die Piratenaktivität erheblich reduziert werden.

Ein solches Vorgehen wird von den Küstenstaaten in Westafrika jedoch nicht gewünscht. Piraterie an der Küste Westafrikas ist nichts neues, im Grunde sind die Zahlen der Angriffe seit 2001 relativ konstant geblieben. Anders ist jedoch das Vorgehen der Piraten. Sie entführen seltener Transportschiffe um Lösegeld zu erpressen, sondern spezialisieren sich auf das Entern von Öltankern, um die wertvolle Fracht zu erbeuten.

Die Piraten an der Westküste gehen dabei zunehmend brutaler vor. 2013 kam es zu 26 Schusswechseln zwischen Kriminellen und Sicherheitspersonal. Dabei gab es hunderte Schwerverletzte und ein Todesopfer. Das erbeutete Öl wird anschließend mit hohem Gewinn auf dem Schwarzmarkt verkauft. „In Nigeria, insbesondere in der Region des Niger-Deltas, gibt es schon seit ein paar Jahren eine sehr gut entwickelte kriminelle Infrastruktur, die sich auch auf die Bohrinseln vor der Küste ausgeweitet hat“, sagt Ian Millen Piraterie-Experte bei Dryad Maritime.

Bisher fehlte es an einem gemeinsamen Handeln der betroffenen Staaten bedingt durch verschiedene Zuständigkeiten, Hoheitsrechte und gesetzliche Bestimmungen.

Ein allgemeiner Verhaltenskodex zur Prävention von Piraterie und rechtswidrigen Aktivitäten auf See wurde am 25. Juni 2013 von 22 west- und zentralafrikanischen Staatschefs in Kamerun unterzeichnet. Nun ergreift Ghana die Initiative um die Zusammenarbeit der westafrikanischen Staaten voranzutreiben.

Dazu findet vom 17.03.2014 bis 20.03.2014 in Ghanas Hauptstadt Accra erstmals die internationale „Coastal and Maritime Surveillance“-Konferenz zur Küstenüberwachung in Afrika statt. Seit der Entdeckung von Gas- und Erdölvorkommen im Jahre 2007 vor seiner Küste, hat Ghana ein besonderes Interesse an der Stabilisierung des Golfes von Guinea. Seit 2010 fördert es täglich rund 100.700 Barrel Rohöl. Die Wünsche von Admiral Geoffrey Mawuli Biekro sind daher eindeutig:“ Wir hoffen auf eine bessere Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn und internationalen Partnern im kommenden Jahr“.

Anja Okwuazu

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