Heuschreckenplagen vorhersagen

Heuschreckenplagen vorhersagen

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In einer Studie analysierten Wissenschaftler des Center for International Cooperation in Agronomic Research for Development (CIRAD) die Farbveränderungen bei mehr als 1000 Roten Heuschrecken (Nomadacris septemfasciata) im Südwesten Madagaskars. Die Tiere dieser Art wechseln in einer bisher unbekannten Abfolge die Farbe, bevor sie sich zu Schwärmen vereinen. Ebendieser Farbsequenz haben sich die Forscher nun angenommen, berichtet das Science and Development Network.

Dabei hätten sie herausgefunden, welche ersten Anzeichen auf eine Schwarmbildung hindeuten. So würden sich bei der sogenannten Gregarisation, wenn also die Populationsdichte zuzunehmen beginnt, zuerst kleine schwarze Punkte auf den Beinen der Insekten beobachten lassen. Ist eine bestimmte Dichte erreicht, verfärbe sich der Kopf der Heuschrecken rötlich-orange; an anderen Stellen würden sie teilweise gelblich. Noch eine Stufe höher sei dann der ganze Körper strahlend orange, die gelben Stellen noch gelber und die schwarzen Punkte noch schwärzer. Das Ergebnis der Studie, die das Fachblatt Psyche veröffentlicht hat, sei eine „klare Typologie“ nach Farben, die untrennbar im Zusammenhang mit der Dichte der betreffenden Population stehe.

Im Idealfall könnte man demnach an der Farbe der Insekten erkennen, wann die nächste Plage ansteht – wenngleich dabei noch zahlreiche andere Faktoren der Umwelt eine Rolle spielen, die es ebenfalls zu untersuchen gilt. Den Forschern zufolge kommt die Rote Heuschrecke nicht nur in Madagaskar, sondern in ganz Zentral- und Südafrika vor. In unregelmäßigen Abständen frisst sie hier ganze Landstriche kahl. Mit dem neu gewonnenen Wissen über die Entwicklung ihrer Populationen könnten nun neue Konzepte erarbeitet werden, um  drohenden Heuschreckenplagen bald effektiver entgegenzutreten.

 

N. W., 14.12.2011

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