Kämpfen mit Kunst

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Verdient hätten den Preis alle nominierten Filme, das betonen Minister Dirk Niebel und die Mitglieder der Jury mehrmals vor der Preisübergabe. Die Filme – darunter Born this Way, der Homosexualität in Kamerun thematisiert, Tough Bond (swaheli/englisch), bei dem es um die Sucht nach dem gleichnamigen Klebstoff geht und die ägyptische Schöpfung Coming forth by Day – haben alle eine Eigenschaft, die durch diesen Preis ausgezeichnet wird: Sie regen zur Diskussion an, stimmen nachdenklich, machen ein internationales Publikum auf ein Thema; ein Problem aufmerksam.

Sieger wird schließlich eine palästinensisch-jüdische Produktion: Art/ Violence. Die Regisseure Udi Aloni, Batoul Taleb und Mariam Abu Khaled zeigen, wie nach dem Tod von Schau­spieler, Re­gisseur und Frie­dens­aktivist Juliano Mer-Khamis seine Schülerinnen und Schüler versuchen, seine Vision weiterzuführen. Er gründete das Freedom Theatre im palästi­nen­si­schen Flücht­lings­lager Jenin im West­jordan­land. Die Schauspielerinnen und Schauspieler treten nach seinem Tod weiter auf, setzen sich anhand ihrer Darstellung von Stücken wie Becketts "Warten auf Godot" für die Rechte der Palästinenser und besonders der Palästinenserinnen ein und erinnern an den Verstorbenen. "Dieser Preis bedeutet uns eine Menge", sagt Udi Aloni bei der Verleihung. "Denn der Preis sorgt dafür, dass andere Menschen den Film sehen."

Wie wahr: Zum Preis gehört neben dem Presigeld von 5000 Euro auch eine Roadshow des Films in 25 deutschen Kinos.

Ronja Sommerfeld

 

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