Mehr Engagement für Demokratie

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Vom 4. bis 6. August 2014 findet in Washington, D.C. das bisher größte und in seiner Form einzigartige Gipfeltreffen mit US Präsident Barack Obama, afrikanischen Staatschefs und weiteren wichtigen Vertreter_innen aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft statt.

Unter dem Motto „Investing in the next Generation“ werden über 50 afrikanische Staatsoberhäupter, Abgeordnete des Kongresses sowie die Vorsitzende der Afrikanischen Union Dr. Nkosazana Dlamini-Zuma mit Mitgliedern amerikanischer und afrikanischer zivilgesellschaftlicher Organisationen und Führungskräften aus der Wirtschaft diskutieren. Während am ersten Tag des Treffens besonders die zivilgesellschaftlichen Organisationen ihre Anliegen vorbringen können, leitet der zweite Tag das Wirtschaftsforum ein, in dem es vor allem um die Stärkung der Handels- und Finanzbeziehungen zwischen den USA und Afrika gehen wird.

Den Höhepunkt wird das abschließende Treffen Barack Obamas mit den Regierungschefs bilden, welches in drei Sitzungen abgehalten wird. Kernthema dürfte nach den jüngsten Ereignissen in Nigeria und Mali die Sicherheit und regionale Stabilität Afrikas sein.

Emmanuel Gyimah-Boadi, geschäftsführender Direktor des Center for Democratic Development (CDD) in Accra, Ghana, sowie Professor für Politikwissenschaft an der University of Ghana in Legon, sieht diese Schwerpunktsetzung allerdings sehr kritisch. Dies führt er in einem Gastbeitrag auf der Nachrichtenseite allAfrica (www.allafrica.com) näher aus. Seiner Ansicht nach würde eine zu starke Fokussierung auf das Thema regionale Sicherheit das Risiko bergen, zu kurzfristigen Mitteln wie der Stärkung autoritärer Regime zur Herstellung nationaler Ordnung zu greifen. Dies würde zwar kurzfristig eine gewisse Sicherheit für Unternehmen und Investoren garantieren und geopolitische Interessen wahren. Auf lange Sicht läuft diese Strategie aber dem Ziel einer Festigung demokratischer Strukturen zuwider. Das Afrobarometer, ein Umfrageprojekt in 34 afrikanischen Ländern, erfasst die öffentliche Meinung zu demokratischen und wirtschaftlichen Reformen. Diese ergaben, dass sich die afrikanische Bevölkerung mit überwältigender Mehrheit für Demokratie und entschieden gegen autoritäre Regierungen ausspricht. Dieser Forderung müsste bei dem anstehenden Gipfeltreffen im August durch die Repräsentanten Nachdruck verliehen werden, so Gyimah-Boadi.

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