Mo Ibrahim-Preis ehrt kapverdischen Ex-Präsidenten

Mo Ibrahim-Preis ehrt kapverdischen Ex-Präsidenten

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Damit steht er in einer Reihe mit den Preisträgern von 2007 und 2008, Botswanas Präsident Festus Mogae und Mozambiks Joaquim Chissano. Das Preiskommittee würdigt mit der diesjährigen Auszeichnung die Tatsache, dass sich die Kapverden unter Pires' Führung von einem der „ärmsten Länder der UN“ zu einem Vorbild für Demokratie, Stabilität und zunehmenden Wohlstand gewandelt hätten.

Pedro Pires war der erste unabhängige Premierminister von Kap Verde. 16 Jahre blieb er im Amt und verlor dann 1991 die ersten demokratischen Wahlen, nachdem er sich geweigert hatte, die Verfassung zu ändern, um sich den Machterhalt zu sichern. 2001 gewann er die Präsidentschaftswahlen und wurde 2006 wiedergewählt. In seiner Amtszeit baute er die Tourismus-Industrie und die Infrastruktur des Landes aus und machte aus einer Ein-Parteien-Autokratie eine Demokratie mit einem Mehrparteiensystem.

Das Archipel vor der westafrikanischen Küste ist auf dem besten Wege, bis 2015 alle sogenannten Milleniums-Entwicklungsziele zu erreichen. Bis 2007 hatte Kap Verde ein mittleres Einkommenniveau erreicht, das Pro-Kopf-Einkommen stieg zwischen 2005 und 2008 um 5%. Das ist weit über dem Durchschnitt für Sub-Sahara Afrika. Auch die Weltbank würdigte die gute Regierungsführung, solides makroökonomisches Managment und die effektiven Strategien zur sozialen Entwicklung.

Dass der Preis zwei Jahre lang nicht verliehen wurde, wirft ein Licht auf die Malaise mit den afrikanischen Regierungen. Denn eines der Kriterien für die Preisverleihung ist die Wahrung demokratischer Prinzipien: Der Geehrte muss regulär aus dem Amt scheiden, also durch Rücktritt oder Niederlage in einer freien Wahl.

Der Stifter des Preises, der sudanesische Milliardär Mo Ibrahim, will die afrikanischen Regierungen zu einer besseren Staatsführung bewegen. Dafür stellt er ihnen ein Preisgeld von 5 Millionen US-Dollar und weitere 200.000 US-Dollar pro Jahr bis ans Lebensende in Aussicht. Der Prämierte muss in den drei Jahren vor der Verleihung das Amt verlassen haben und Exzellenz in seiner Führung gezeigt haben. Das Ergebnis von Pires' Vision und Engagement ist nun eine Erfolggeschichte für Afrika, wie der Vorsitzende des Preiskomitees Salim Ahmed Salim, sagte. Die Entscheidung für Pires war einstimmig gefallen.

SEhr, 11.10.11

 

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