Recht vor Religion: Ehrung eines zentralafrikanischen Menschenrechtsverteidigers

Recht vor Religion: Ehrung eines zentralafrikanischen Menschenrechtsverteidigers

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Einer der vier Gewinner des Alison des Forges Award ist Pater Bernard Kinvi aus der Zentralafrikanischen Republik. Er wird für seinen unermüdlichen Einsatz im Kampf für Menschenrechte in London, Paris und Genf geehrt.

Der Priester Bernard Kinvi leitet in der katholischen Mission in Bossemptele eine Klinik. Als in der Zentralafrikanischen Republik Anfang dieses Jahrs aus religiös motivierter Gewalt koordinierte Gewaltverbrechen gegenüber muslimischen Zivilisten wurden, rettete Kinvi nach Angaben von Human Rights Watch hunderte Muslime. Er holte sie aus ihren Häusern und brachte sie in eine Kirche, wo er ihnen Zuflucht bot, bis sie in Sicherheit gebracht werden konnten. Dabei trotzte er wiederholten Todesandrohungen von christlich geprägten Milizen und beschütze die Muslime bis zu ihrer Flucht. Auch danach kümmerte er sich fürsorglich um deren Familienangehörige. Für seinen Mut und die unerschrockene Hingabe zum Schutz der Zivilisten wird er mit dem Preis ausgezeichnet.

Menschen wie Pater Kinvi sind in ihren Ländern Wegbereiter für die Gerechtigkeit. „Die Gewinner des Preises haben ihre Stimme erhoben und eingegriffen, selbst wenn sie sich Widerständen, Gleichgültigkeit und manchmal auch Gefahr für Leib und Leben gegenüber sahen“, sagte Kenneth Roth, Executive Director von Human Rights Watch. Der renommierte Alison Des Forges Award for Extraordinary Activism ist nach der 2009 verstorbenen Alison des Forges benannt. Sie war fast zwei Jahrzehnte lang Beraterin bei Human Rights Watch und wird für ihren überragenden Einsatz für Menschenrechte, unter anderem bei der Aufklärung des Völkermordes von Ruanda 1994, geehrt.

Der Alison Des Forges Award wird Pater Kinvi und drei weiteren Preisträgern aus dem Jemen, Nordkorea und Indien bei den Voices of Justice-Banketts von Human Rights Watch, von November 2014 bis April 2015, auf jeweils mehreren Veranstaltungen verliehen. Diese Dinner-Veranstaltungen finden jährlich weltweit in insgesamt 20 Städten statt. Ausgezeichnet werden Menschen, die sich für die Rechte anderer einsetzten und helfen, deren Würde zu schützen. Sie riskieren ihr Leben und tragen einen wichtigen Teil dazu bei, dass die Welt frei von Diskriminierung und Missbrauch wird.

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