SADC Gipfeltreffen in Simbabwe

SADC Gipfeltreffen in Simbabwe

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Am Montag, den 18. August 2014, endete das zweitägige Gipfeltreffen der SADC in Simbabwe, bei dem die 15 Staats- und Regierungschefs der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika die Integration und Industrialisierung der Region diskutierten.

Bei der diesjährigen Konferenz der SADC (Southern African Development Community) bei den Viktoriafällen in Simbabwe legte man den Fokus auf eine künftig zu steigernde Wertschöpfung der Region. Zu diesem Thema wird für April 2015 ein Sonder-Gipfeltreffen einberufen. Die SADC ist ein Zusammenschluss von Staaten des südlichen Afrikas, der sich die politische und wirtschaftliche Integration in der Region zum Ziel gesetzt hat. Lange Jahre waren kaum Fortschritte im Sinne der regionalen Integration zu verzeichnen. Einen Aufschwung gab es erst ab August 2008 mit der Einführung der Freihandelszone. Weitere langfristige Ziele zur regionalen Integration sind eine Zollunion, ein gemeinsamer Markt, eine Wirtschaftsunion und zuletzt eine gemeinsame Währung.

Beim diesjährigen Gipfeltreffen wurde der SADC-Vorsitz an den Staatspräsidenten Simbabwes, Robert Mugabe, übergeben. Der 90-Jährige hat durchaus Erfahrung auf dem Gebiet, denn er ist weltweit der älteste Staatschef und der einzige, der an allen 34 Gipfeltreffen seit 1980 teilgenommen hat. Mugabe steht jedoch mit seiner diktatorischen Regierung in Simbabwe aufgrund von Vorwürfen der Korruption und Menschenrechtsverletzung immer wieder in der Kritik. Außerdem wurde der südafrikanische Präsident, Jacob Zuma, zum Vorsitzenden der SADC-Organe für Politik, Verteidigung und Sicherheit gewählt.

Die Konferenz und das anschließende Gipfeltreffen hatten den Themenschwerpunkt „SADC Strategien für ökonomische Entwicklung: Die vielfältigen Ressourcen der Region durch Wertschöpfung und Aufbereitung für nachhaltige wirtschaftliche und soziale Entwicklung nutzen.“1 Die 15 Staatschefs und Vertreter_innen haben gemeinsam drei Protokolle und eine Deklarationen unterzeichnet: das Tribunal-Protokoll zur Wiederbelebung der abgebremsten gemeinsamen SADC-Gerichtsbarkeit, das Umweltprotokoll für nachhaltige Entwicklung, das Arbeits- und Beschäftigungsprotokoll und zuletzt die Deklaration zur Entwicklung regionaler Infrastruktur.

Im Protokoll wurden außerdem Fortschritte in der Prävention von HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria und ein Zuwachs in der Nahrungsproduktion von 2013 bis 2014 festgehalten. Mangelernährung und mangelnde humanitäre Versorgung seien jedoch immer noch eine Herausforderung, der man sich in der Region gemeinsam zu stellen hat. Auch wurde seitens der südafrikanischen Vertreter angeboten, technische Kapazitäten und Erfahrungen hinsichtlich des Umgangs mit dem Ebola-Virus mit den anderen Staaten zu teilen.

Im Vorfeld des Gipfeltreffens tagte der Ministerrat, der unter anderem auf die Versorgungslücke von Elektroenergie hinwies und die Mitgliedsländer drängte, geplante Stromerzeugungs- sowie Energiespar-Projekte umzusetzen. In der amtlichen Verlautbarung zum SADC-Gipfeltreffens wird die Region derzeit als grundsätzlich friedlich und beständig eingeschätzt. („The Region remains generally peaceful and stable.“)

Antonia Below

1 SADC Strategy for Economic Transformation: Leveraging the Region’s Diverse Resources for Sustainable Economic and Social Development through Value Addition and Beneficiation.

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