Sklaverei: Niemals vergessen!

Sklaverei: Niemals vergessen!

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Der Treffpunkt war der Ort, an dem vor 127 Jahren die Berliner Konferenz (1884-1885) stattfand, bei der Afrika unter den damaligen Kolonialmächten gemäß ihren Interessen und ohne jegliche Rücksichtnahme auf die Geschichte oder die ethnische Verteilung des Kontinents, und sogar ohne die afrikanische Bevölkerung mit einzubeziehen oder zu befragen, aufgeteilt wurde. Es wurde an die Versklavung von mehr als 11 Millionen Afrikanern während der Kolonialzeit der Europäer erinnert, und an die heutige Rolle der Afrikastämmigen beim Wiederaufbau großer europäischer Hauptstädte wie Berlin.

Von dort zog die Menge weiter zum Holocaust-Mahnmal, wo dem Schicksal der Tausenden von Afrikastämmigen, die Opfer des Nazi-Regimes waren, gedacht wurde. „Auf den Gedenkschildern über die Opfer des Holocaust wird für gewöhnlich auf die verschiedenen Gruppen hingewiesen, die Ziele des Nazi-Terrors waren: Juden, Homosexuelle, Behinderte, Kommunisten, Sinti und Roma. Aber es fehlt der Hinweis auf die Tausenden von Afrikastämmigen, die Opfer von Zwangssterilisation wurden oder gequält und in Konzentrationslager geschickt wurden. Deshalb geht unser Aufruf an die Behörden in Berlin: Wir haben Seite an Seite gelitten, wir sind Seite an Seite gestorben, und wir wollen auch Seite an Seite erinnert werden“, sagte eine Vertreterin der KADIB-Bewegung.

Später, vor dem Brandenburger Tor, wurde an die tägliche Diskriminierung der afrikastämmigen Gemeinschaft in Deutschland erinnert: „Wir sind das Ziel von Rassendiskriminierung, und sie ist häufig so tief verwurzelt, dass sie überhaupt nicht wahrgenommen wird. Das spiegelt sich sogar in der Sprache wider, die mit unserer Hautfarbe Schlechtes verbindet. Aber was noch mehr zum Himmel schreit, ist die Tatsache, dass es in Deutschland noch immer Straßen gibt, die die Namen ehemaliger Sklavenhändler tragen oder rassistische Konnotationen beinhalten, wie im Fall der Berliner Mohrenstraße, was uns tagtäglich erniedrigt“, beklagte Moktar Kamara, Vorsitzender des Afrika-Rats.

An dem Gedenkmarsch nahmen Vertreter unterschiedlicher Organisationen wie der DAG (Deutsch-Afrikanische Gesellschaft) und Mama-Afrika e.V. teil, aber auch Mitglieder afrobrasilianischer Vereine. Der Veranstaltung fern blieben hingegen Portugiesen und Vertreter der afrikanischen Länder, in denen Portugiesisch gesprochen wird – bedauerlicherweise, denn auch Ihnen dürfte die Botschaft dieser Bewegung nicht gleichgültig sein.

 

Text: Ines Thomas Almeida

Übersetzung ins Deutsche: Johannes Reiss

Dieser Text wurde ursprünglich im Magazin Berlinda veröffentlicht.

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