Solarenergie per Handy

Solarenergie per Handy

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Rund ein Drittel der Weltbevölkerung hat bis heute keinen Zugang zu zuverlässigen Stromquellen. Gleichzeitig steigt der weltweite Bedarf an Elektrizität auch in abgelegenen Regionen. Das deutsche Unternehmen Mobisol hat ein sogenanntes Solar Home System inklusive Finanzierung und Garantie entwickelt, das Solarenergie auch für Haushalte mit einem niedrigen Einkommen in afrikanischen Ländern verwirklicht. Zugleich wird eine dezentrale Strominfrastruktur geschaffen, die den kostspieligen und langwierigen Netzausbau überflüssig macht. Die Solarpanels und Batterien werden von China beschafft und anschließend nach Afrika verschifft.

Eine Auftragsfirma im brandenburgischen Schwedt baut das entscheidende Produkt: ein gelber Kasten aus Plastik, so groß wie ein Schuhkarton. In diesem Kasten steckt außer der Steuerungstechnik für die Solaranlage auch eine Mobilfunkkarte, die die Kommunikation mit der Firmenzentrale in Berlin ermöglicht. Als Voraussetzung benötigt man nur eine funktionierende Mobilfunkkarte.

Finanzierung übers Handy

Da viele Kunden in afrikanischen Ländern nicht in der Lage sind, einmalig bar zu bezahlen, müssen sie in einer Laufzeit von 36 Monaten per SMS über ihr Mobilfunkhandy abzahlen. Dies hat den Vorteil, dass ein Kunde kein eigenes Bankkonto benötigt und zusätzlich Familienmitglieder von anderen Orten zur Finanzierung beitragen können. Nach der Abzahlung gehört die Anlage dem Kunden. Bisher wurde dieses originelle Mikrokredit-System in Tansania, Kenia und Ghana eingeführt. Dieses Jahr will Mobisol das Konzept auch in Ruanda vorstellen. So wird Energie nach und nach zugänglicher für die breite Bevölkerung vieler afrikanischer Länder.

Caroline Asabere

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