Unruhen in Senegal: Youssou N’Dour darf nicht kandidieren

Unruhen in Senegal: Youssou N’Dour darf nicht kandidieren

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Zum Einen wurde der 52-jährige Sänger Yossou N`Dour als Präsidentschaftskandiat nicht zugelassen, da er angeblich über zu wenig gültige Unterschriften verfüge. Er legte zwar Berufung gegen dieses Urteil ein, dies wurde jedoch abgelehnt. Der zweite Grund der Demonstranten, auf die Straße zu gehen, war die Entscheidung des Verfassungsrates, den Amtsinhaber Abdoulaye Wade erneut zur Wahl antreten zu lassen. Wade ist seit 2000 Präsident von Senegal und wird nun zum dritten Mal zur Wahl antreten. Seit 2001 ist dies verfassungswidrig. Der Amtsinhaber beruft sich jedoch darauf, dass dieses Gesetz erst nach seiner Amtseinführung in Kraft getreten sei. Der Verfassungsrat willigte ein und ließ ihn erneut antreten. Insgesamt wurden 14 Bewerber zur Wahl zugelassen. Die Bewegung vom 23. Juni (M23), welche sich aus mehreren Oppositionsparteien und zivilgesellschaftlichen Verbände zusammensetzt, lehnt das Mandat Wades ab und wurde von den zivilen Demonstranten dazu aufgerufen, die Wahl zu boykottieren. Dennoch sagte Moustapha Niasse, Präsidentschaftskandidat und führender Vertreter der M23:  "Wir werden die nächste Präsidentschaftswahl nicht boykottieren, weil das Wade und seinem System zu viel Spass bereiten würde." Ein Boykott wäre ein "schwerer Fehler". Nachdem  sich am Dienstagabend erneut Proteste auf dem Platz des Obelisken in Dakar, der Hauptstadt des westafrikanischen Staates erhoben, schritten am frühen Abend Sicherheitskräfte ein und verwendeten Tränengas und Wasserwerfer gegen die Demonstranten. Frustrierte Zivilisten zündeten daraufhin Autoreifen an. Nachdem es in den vergangenen Tagen schon drei Tote gegeben hatte, erlag auch am Dienstagabend ein 32-jähriger Student auf dem Weg ins Krankenhaus seinen Verletzungen, nachdem er am Rande der Proteste von einem Polizeiauto erfasst worden war. Von öffentlicher Seite gab es dazu bisher keine Stellungnahme. B. K. .

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