Boley soll abgeschoben werden

Boley soll abgeschoben werden

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Bereits seit zwei Jahren befindet sich Boley im Gewahrsam der US-Behörden, nachdem er bei seiner Einreise Anfang 2009 verhaftet wurde. Der Wahrheits- und Versöhnungskommission in Liberia sollen Zeugenaussagen vorliegen, nach denen unter Boleys Verantwortung Geiseln verbrannt, Frauen vergewaltigt und Dorfbewohner getötet worden sein sollen, berichtet die BBC.

Die von 1989 bis 2003 währenden blutigen Konflikte in dem westafrikanischen Land forderten schätzungsweise 250 000 Todesopfer. Etwa eine Million Menschen wurden damals aus ihrer Heimat vertrieben. Der heute 62-jährige Boley war zu dieser Zeit Anführer des „Liberia Peace Council“ (LPC), einer bewaffneten Gruppe, die auch Zivilisten rücksichtslos ermordet haben soll. Zudem sollen Kinder gezwungen worden sein, als Soldaten in den Reihen des LPC zu kämpfen.

Es handelt sich um den ersten Fall einer Abschiebungsanordnung auf der Grundlage des „Child Soldiers Accountability Act“, eines 2008 eingeführten US-Gesetzes, wie die liberianische Zeitung The Liberian Times berichtet. Danach wurden die Rekrutierung und der Einsatz von Kindersoldaten als Abschiebungsgründe festgeschrieben.

Erstmals sei Boley vor fast vierzig Jahren zum Studium in die USA gekommen. Er besitzt die US-amerikanische Staatsbürgerschaft, was seinen Fall nun umso brisanter macht. Als die Auseinandersetzungen in Liberia sich verschärften, flüchtete er nach Amerika, kehrte später aber in seine Heimat zurück. 1997 stellte er sich dort als Präsidentschaftskandidat zur Wahl, konnte jedoch nur wenige Stimmen erringen.  
 
Die gegen ihn vorgebrachten Vorwürfe streiten Boley und seine Familie, die ebenfalls in den USA lebt, energisch ab. Sie können Berufung gegen das Urteil einlegen.

N. W., 07.02.2012

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