Der Papst in Benin

Der Papst in Benin

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Papst Benedikt XVI. war am Freitag seine zweite, dreitägige Afrikareise angetreten, die auch gleichzeitig seine letzte Auslandsreise in diesem Jahr gewesen war. Sein Besuch in Benin – der Wiege des Voodoo, sollte unter anderem dazu dienen das evangelische Christentum weiter in Afrika voran zu bringen, vor allem in Anbetracht des sich ausbreitenden Islam und den immer noch tief verwurzelten traditionellen Stammesreligionen.

Diesbezüglich hatte der Papst am Samstag das wichtigste Dokument der Gegenwart unterzeichnet. Das Africae munus ist das 'Nachsynodale Apostolische Schreiben über die Kirche in Afrika im Dienst der Versöhnung, der Gerechtigkeit und des Friedens'. Das Schreiben besteht aus zwei Teilen, in denen es im ersten vor allem um das zwischenmenschliche Leben und und die afrikanische Sicht des Lebens geht. Ein weiterer Punkt ist der 'Dialog und die Gemeinschaft unter den Gläubigen', der sich vor allem mit dem Islam und den Stammesreligionen auseinander setzt.

Der zweite Teil der Nachsynodale handelt von den Gliedern und Hauptbereichen innerhalb der Kirche und erläutert im dritten Kapitel die Neuevangelisierung. Dazu steht unter Punkt A 162. „ Unter der Führung des Heiligen Geistes muß die Kirche in Afrika das Heilsgeheimnis jenen, die es noch nicht kennen, verkünden, indem sie es lebt“.

Gleichzeitig predigte der Papst „Religionsfreiheit auch für Afrika“, berichtet der Stern. Er warnte dennoch vor dem Missbrauch heiliger Schriften und des „Allmächtigen“, der Gewalt und Interessenpolitik religiös rechtfertige.

Am Sonntag beendete Papst Benedikt XVI. seine Reise, nachdem er eine öffentliche Abschlussmesse im Stadion von Cotonou gehalten hatte. Über 30.000 Menschen waren gekommen um den Papst zu hören, wobei sich bei einigen der Christen, die anwesend waren, sowohl christliche als auch traditionell afrikanische Glaubensideale vermischen. Diese „doppelte Zugehörigkeit“ kritisiert jedoch auch die Kirche, die in den traditionellen Religionen, vor allem in Benin mit Voodoo verbunden, „Hexerei“ und Unheil sieht.

Strickte Anhänger der traditionellen Religionen hielten sich mit Protesten zurück und wurden von den bunten Massen, die zur Sonntagsmesse gekommen waren, in den Hintergrund gedrängt. Diejenigen, die keinen Platz mehr in dem Stadion gefunden hatten, knieten und beteten vor dem Eingang auf dem Autoparkplatz.

Der Oberhaupt der Kirche predigte den Gläubigen „aufmerksam gegenüber Hilferufe der Armen, der Schwachen und der Ausgestoßenen“ sowie „der derjenigen, die von Aids oder anderen Krankheiten betroffen sind“ zu sein.

Dem Thema Aids gegenüber, welches Anlass seiner letzten Reise gewesen war, hielt sich Papst Benedikt XVI. diesmal zurück, nachdem er auf starke Kritik gestoßen war, als er bei seinen Besuchen in Angola und Kamerun gesagt hatte, dass „Kondome Aids nur verschlimmern“ würden.

 

Z.E. 21.11.2011

 

 


 

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