Frankreich richtet Militär in Westafrika neu aus

Frankreich richtet Militär in Westafrika neu aus

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Der französische Präsident François Hollande kehrt von seinem dreitägigen Besuch in Westafrika zurück. Hollande sprach mit Amtskollegen der Côte d‘Ivoir, dem Niger und dem Tschad über Wirtschaft und Sicherheit. In N’Djamena im Tschad wird die Militärbasis ausgebaut, von der die neue grenzüberschreitende Anti-Terror-Truppe für Afrika befehligt werden soll.

Bei dem Besuch von Frankreichs Präsidenten François Hollande stand der Einsatz französischer Truppen in Westafrika im Vordergrund. Das Ziel der neuen Anti-Terror-Truppe, die unter dem Namen „Barkhane“ läuft, ist es, die Ausbreitung islamistischen Terrors zu verhindern. Diese Operation ersetzt die „Opération Serval“, mit der Frankreich seit Anfang 2013 in Mali präsent war. Diese Operation endete offiziell am 13. Juli 2014. Bei „Barkhane“ handelt es sich jedoch um einen längerfristigen Einsatz der französischen Truppen in der Region. Die 1.000 stationierten Soldaten der Truppen in Mali bleiben bestehen und werden ab 1. August auf insgesamt 3.000 in den Sahelländern Mauretanien, Niger, Tschad und Burkina Faso aufgestockt. Bereits am vergangenen Mittwoch hatte der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian ein Militärabkommen mit Malis Staatspräsident Ibrahim Boubacar Keïta abgeschlossen.

Am Wochenende wurde François Hollande sowohl vom Präsidenten der Côte d‘Ivoire, Alassane Ouattara, als auch von seinem sozialdemokratischen Amtskollegen Mahamadou Issoufou im Niger empfangen. Bei seiner letzten Station im Tschad kam es außerdem zu einem Treffen mit dem umstrittenen Präsidenten Déby. Aufgrund dieser Entscheidung gerät Hollande jetzt in die Kritik. Idriss Déby kam 1990 durch einen Putsch an die Macht und gilt als undemokratisch. Jedoch hat Frankreich mit N’Djamena und Abeché zwei wichtige Stützpunkte im Tschad, welche in Zukunft noch ausgebaut werden sollen. Außerdem hat der Tschad sich mit seiner militärischen Unterstützung international eingebunden und als hilfreich erwiesen. Somit wird der Tschad wohl neben Nationen wie Mali und Burkina Faso als Kooperationspartner Frankreichs Bestand haben. Dass Déby Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden und in seinem eigenen Land massiv kritisiert wird, scheint bei diplomatischen Besuchen dieser Art in den Hintergrund zu rücken. Ob auch soziale und wirtschaftliche Probleme im Tschad und seinen Nachbarstaaten militärisch beseitigt werden können, bleibt fraglich. Sicher ist jedoch, dass Frankreich sich mit dem Versuch zur Eindämmung des Dschihadismus in der Sahelregion Großes vorgenommen hat und in naher Zukunft Frankreichs Präsenz in Westafrika nicht abnehmen wird.

Antonia Below

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