Joyce Banda übernimmt die Zügel in Malawi

Joyce Banda übernimmt die Zügel in Malawi

0 819

Nach übereinstimmenden Medienberichten ist der langjährige Präsident des südostafrikanischen Binnenlandes, Bingu wa Mutharika, im Alter von 78 Jahren an einer Herzattacke gestorben. Gemäß Malawis Verfassung übernahm die bisherige Vizepräsidentin Banda das höchste Staatsamt, nachdem Mutharikas Tod von der Regierung bestätigt worden war. Dass das Präsidentenbüro dafür mehr als 24 Stunden gebraucht habe, hätte Spekulationen um einen Machtkampf ausgelöst, so die Deutsche Welle.

Banda scheint indes nicht gerade Mutharikas Wunschnachfolgerin zu sein: 2010 sei sie aus der Regierungspartei, der Demokratischen Volkspartei (DDP), ausgeschlossen worden. Bevorzugt hätte er wohl seinen Bruder Peter Mutharika, den derzeitigen malawischen Außenminister. Schließlich hätten die USA, Malawis wichtigste Geldgeber, darauf gedrängt, dass Banda die Nachfolge antrete. Vor ihrer Politik-Karriere engagierte diese sich sozial, setzte sich besonders für Frauenrechte ein. 2011 wurde sie vom Forbes Magazine zur drittmächtigsten Frau Afrikas gekrönt.

Die Präsidentin habe sich nach ihrem Amtsantritt umgehend bemüht, die unter ihrem Vorgänger reichlich in Mitleidenschaft gezogene Gunst der internationalen Gemeinschaft wiederherzustellen. So sei sie zum Beispiel mit dem britischen Afrika-Gesandten in Verbindung getreten, wie Newstime Africa berichtet, um die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Großbritannien und seiner früheren Kolonie Malawi anzuregen – auf die Hilfsgelder aus London kann das bettelarme Land schwerlich verzichten. Auch mit US-Außenministerin Hillary Clinton habe Banda über eine Neuauflage eines Energie-Hilfspakets gesprochen, das die USA Mutharika wegen dessen „bad governance“ verwehrt hätten.

Darüber hinaus scheint Banda innenpolitisch einiges umkrempeln zu wollen: Mehrere Kabinettsmitglieder habe sie bereits entlassen, heißt es, ebenso wie den Polizeichef.

 

N. W., 12.04.2012

KEINE KOMMENTARE

Ein Antwort hinterlassen