Kommt der nächste Generalsekretär der UNESCO aus Djibouti?

Kommt der nächste Generalsekretär der UNESCO aus Djibouti?

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Foto: Afrika Medien Zentrum

In seiner Rede in Berlin unterstrich Botschafter Farah die wichtige Rolle, die die UNESCO in Entwicklungsländer spielen kann. Er kritisierte gleichzeitig das mangelnde Engagement der UN-Bildungsorganisation im afrikanischen Hochschulwesen. Die UNESCO sei quasi abwesend in Afrika, obwohl die Universitäts- und Berufsausbildung zu den wichtigsten Elementen einer ganzheitlichen Entwicklungs- und Friedenspolitik in Afrika gehören.

Farah führte aus: „Afrika erlebt gerade ein unglaubliches wirtschaftliches und demographisches Wachstum. Wir müssen unserer Jugend entsprechende Ausbildungswege anbieten, um dieses Wachstum nachhaltig zu gestalten. Die vielbeschworene Renaissance Afrikas kann nur aus unseren Universitäten, unseren Forschungsinstituten, und unseren Exzellenzzentren kommen. Wir dürften nicht untätig zusehen, wenn die UNESCO ihre Unterstützung für afrikanische Universitäten wie seit Jahren schon de facto abbricht.“

Der derzeitige Vize-Präsident des UNESCO Exekutivrates äußerte sich auch über die Situation in Mali. Er lobte ausdrücklich den Mut der Einwohner Timbuktous.  „Die wertvollsten Manuskripte in Timbuktu wurden nicht durch die UNESCO gerettet! Es waren die Bürger dieser Stadt, die ihre Manuskripte, und somit unsere gemeinsame Geschichte gerettet haben. Timbuktu ist ein melting-pot der afrikanischen, europäischen und arabischen Kulturen. Die Einwohner Timbuktus lebten seit Monaten im täglichen Terror der Jihadisten, sie lebten in Lebensgefahr und haben trotzdem ihre Kultur gerettet.“, stellte Farah heraus.

Ebenso hob er hervor, wie wichtig die UNESCO für die Länder in Krisensituationen sei: „Die Situation in Ländern wie Mali, Somalia und morgen auch Syrien ist sehr komplex. Die möglichen Einsatzbereiche sind weitreichend.“

Der afrikanische Kandidat beendete seine Rede mit einer kritischen Einschätzung der aktuellen Lage der UNESCO sowie einer hoffnungsvollen Vision: „Wenn die UNESCO in der Zukunfte weiterhin eine wichtige Rolle in internationalen Beziehungen spielen möchte, muss es diesem deutschen und europäischen Vorbild folgen. Wir brauchen einen multistake-holder approach: Alle Elemente eines Konflikts müssen mit ihren Ambitionen und derzeitigen Positionen in den Prozess miteinbezogen werden. Dies gilt für Afrika und andere Regionen.

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