Lass uns unsere Verfassung!, skandiert die senegalesische Jugend

Lass uns unsere Verfassung!, skandiert die senegalesische Jugend

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Acht Monate vor den anstehenden Wahlen im nächsten Jahr präsentiert der derzeitige Präsident Wade ein gesetzliches Projekt, dass die Verfassung ändern soll. Dieses Vorhaben ist in der Öffentlichkeit heftig umstritten: Der Gesetzestext sieht die gleichzeitige Wahl des Präsidenten und des Vizepräsidenten vor – die zu der gleichen Partei gehören. Es streicht außerdem die zweite Wahlrunde und erlaubt somit die sogenannte „Ticket Présidentiel“, das heißt ein Wahlsieg mit 25% der Stimmen ist möglich. Die Demonstrationen am 23. Juni in Dakar zwangen den Präsident Wade das Projekt zurück zu ziehen.

Zusätzlich zu den Protesten ging auch die Legitimität Wades verloren. Seit 11 Jahren im Amt, presentierte der 86-Jahrige Abdoulaye Wade nun ein drittes Mandat um seine eigene Nachfolge im Februar 2012 zu sichern. Dies löste widerum starken Widerspruch aus. Sein Alter, die Legalität seiner Kandidatur sowie der Energie-Krise im Land zählen zu den Hauptgründen seiner Unpopularität.

Er hat zudem die Unterstützung der Jugend verloren, die ihn einst an die Macht brachten. Vereint in der Bewegung „Y en a marre“ (auf Französisch „jetzt reicht's), denunzieren sie die Reformverfassung Wade-Regierung, und rufen die Bevölkerung zur Gegenwahl auf um die Regierung zu strafen. So konnte man auf den Plakaten der Demonstranten lesen: "Ne touchez par à notre Constitution“ (Lass uns unsere Verfassung!) aber auch „Wade muss Weg“, so Nesta DIOP in der senegalischen Zeitung Walf Fadjiri. Laut der senegalesischen Journalistin Ndèye Kady Lo standen also Mitglieder der Opposition und Persönlichkeiten aus der Zivilgesellschaft neben der aufgebrachten Jugend, um am 24. Juni den Rücktritt des Präsidenten zu fordern.

 

 

FA 24.06.2011

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