Nachhaltigkeit vs. Kohlekraftwerke

Nachhaltigkeit vs. Kohlekraftwerke

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Auf einer Konferenz des Weltklimarates (IPCC) waren neben den Greenpeace-Funktionären außerdem der Rat für erneuerbare Energien in Windhok, Namibia, vor Ort. Die Anwesenden präsentierten einen Bericht, der einen Plan zur Reduzierung der Treibgasemissionen vorsieht. Mit diesem Vorhaben wird ein Kurswechsel in der südafrikanischen Energiepolitik angestrebt. Derzeit laufen die Bemühungen aber in die entgegensetzte Richtung. Die Regierung plant den Bau riesiger Kohlekraftwerke. Diese Anlagen, mit Namen Medupi und Kusile, sind in der nordöstlichen Provinz Mpumalanga in Planung. Angesicht der Tatsache, dass Südafrika derzeit größter CO2-Emittent Afrikas ist, erschließt sich der Sinn hinter der Nutzung fossiler Brennstoffe für viele Südafrikaner nicht.

Für den südafrikanischen Verbraucher würde eine Umrüstung auf erneuerbare Energien in 40 Jahren eine jährliche Entlastung von 23 Millarden US Dollar bedeuten. Die Realisierung eines solchen Projektes steht mit einer Anschubfinanzierung von jährlich 5,2 Millarden US $ zu Buche. Einsparungen von 6,6 Millarden Euro stehen dieser Rechnung allerdings gegenüber.

Der Leiter der internationalen Kampagne für erneuerbare Energien bei Greenpeace, Sven Teske, betonte indes, dass manche Landstriche nicht ans Netz angeschlossen sind und eine Versorgung dieser ländlichen Regionen nicht mit Kohlekraftwerken zu realisieren sei. Sinnvoller ist laut des Berichts eine Kombination verschiedener erneuerbarer Energien wie Wasserkraft, Solarenergie und Biomasse. „Das Prinzip einer Elektrifizierung von unten verspricht weit mehr Erfolg als Großanlagen“, so Teske, „Welcher Stromanbieter ist schon bereit , kleine Gemeinden an sein Leitungsnetz anzuschließen?“.

Auch die südafrikanische Regierung könnte mit der Erlassung gesetzlicher Energiestandards den CO2-Ausstoß halbieren. Bislang blieben die Bestrebungen nach technischen Standards zugunsten der Energieeffizienz aus. Kritiker beharren auf ihrer Position, dass erneuerbare Energien teurer als die fossilen Brennstoffe wären. Laut Greenpeace ist aber gerade Afrika durch seine geografische Beschaffenheit in der Lage für die nachhaltige Energieerzeugung die neuesten Technologien zu nutzen. Dies führe widerum zu Einsparungen bei den Entwicklungskosten.

Zahlreiche Szenarien sind in dieser Debatte möglich. Viele Länder reagieren zunehmend mit Nachhaltigkeit auf den Klimawandel. Südafrika steht in Kürze vor einer Entscheidung für oder gegen erneuerbare Energien. Die Senkung der Treibgasemissionen begeistert die südafrikanische Bevölkerung mit Sicherheit. Welche Position die Regierung einnehmen wird, bleibt abzuwarten.

 

Gregor Stocker, 08.06.11

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